Wildtierhandel in Äquatorialguinea

Kategorien: Ausgabe 72, Bushmeat, Sonstige Länder, Westliche Flachlandgorillas

Wildfleisch in Nigeria: Bei einer Studie von Tengwood war "Affe" besonders beliebt auf den Märkten. (© Tengwood Organization)

Im tropischen Afrika ist der Handel mit Wildfleisch immer noch sehr häufig. Manche Arten werden auch aus anderen Gründen gefangen oder getötet: wegen Körperteilen, die auf städtischen Märkten verkauft werden können, oder für den lokalen, inländischen oder internationalen Tierhandel.

Eine Studie untersuchte 1990 den Handel mit Wildfleisch auf den beiden Hauptabsatzmärkten Äquatorialguineas (Malabo auf der Insel Bioko und Bata an der Festlandküste). Zu dieser Zeit war die Jagd auf zwei der 17 Arten in Rio Muni nicht nachhaltig: Gorilla und Schimpanse. 2025 kontrollierte eine neue Studie gefangene und geschossene Wirbeltiere, die in Bata und Malabo zum Kauf angeboten wurden, sowie Wild, das entlang der Straßen und Dörfer im ganzen Land verkauft wurde.

Die Untersuchungen 2025 dokumentierten einen umfangreichen Wildtierhandel. Schuppentiere sind dabei besonders begehrt: Bestimmte Körperteile werden gehandelt und ihr Fleisch gilt als Delikatesse. Bei den meisten der auf Märkten angebotenen Tiere handelte es sich um Säugetiere (80 %), gefolgt von Reptilien (14,1 %) und Vögeln (5,9 %). 94,2 % der Tiere wurden für den Fleischkonsum vermarktet; dabei machten Säugetiere 82,7 % aus. Bei 4,4 % der Fälle wurden Körperteile zu medizinischen oder rituellen Zwecken angeboten, beispielsweise Elefantenschwänze, Schädel und Hände von Primaten einschließlich Gorillas und Schimpansen. Nur 1,4 % der Tiere wurden als Haustiere angeboten, größtenteils Graupapageien.

Die Mehrzahl der Tiere auf den Märkten war frisch getötet, 11 % waren geräuchert, 5,1 % lebendig (meist Reptilien und Schuppentiere), und 0,5 % bereits verdorben. In anderen Ländern Zentralafrikas, etwa der Demokratischen Republik Kongo, wird Wildfleisch für Märkte normalerweise geräuchert, da lange und schwierige Wege zurückzulegen sind. In Äquatorialguinea gibt es heute ein gutes Straßennetz - dies erleichtert den Transport frischer und lebender Tiere.

Zwischen 1990 und 2025 gab es bedeutende Veränderungen in Hinblick auf die Zusammensetzung der Arten auf beiden Märkten. Primaten und Huftiere gingen zurück, während Raubtiere, Schuppentiere, Vögel und Reptilien zunahmen. Diese Veränderungen könnten auf einen Populationsrückgang bestimmter Taxa und deren Ersetzung durch andere auf den Märkten hindeuten.

Von den 1990 auf den Märkten angebotenen Arten waren laut der Roten Liste der IUCN nur der Westliche Gorilla und der Gemeine Schimpanse weltweit bedroht. 2025 dagegen galten 15 Arten als global bedroht und acht als "potenziell gefährdet": 26,8 % und 14,3 % der Gesamtzahl der erfassten Arten. Waldelefant, Westlicher Gorilla und Bioko-Schwarzstummelaffe werden als "vom Aussterben bedroht" gelistet; Gemeiner Schimpanse, Rotohrmeerkatze, Weißbauchschuppentier, Riesenschuppentier und Graupapagei sind als "stark gefährdet" eingestuft. Von der Gesamtzahl der 2025 untersuchten Individuen waren 17,4 % global gefährdet und 3,9 % "potenziell gefährdet".

Eine Zunahme der Jagd über Jahrzehnte hinweg kann einen Populationsrückgang mehrerer Arten verursacht haben. Eine landesweite Erhebung 2011 zeigte, sogar innerhalb geschützter Gebiete, starken Jagddruck auf Großsäuger. Das Jagen zum Verzehr und für Heilmittel ist die Hauptursache für das weltweite Aussterben von Landsäugetieren. Aktuelle Informationen legen nahe, dass die Jagd auf viele der in Äquatorialguinea gehandelten Arten nicht nachhaltig ist. Diese Arten sind geschätzter, daher seltener und schwieriger zu finden als vor Jahrzehnten.

Das Wirtschaftswachstum des Landes in den letzten Jahrzehnten hat den Zugang zu großen vorher unzugänglichen Wäldern durch neue Straßen und Bundesstraßen ermöglicht. Fahrzeuge und Schusswaffen sind leichter zugänglich. Das Bevölkerungswachstum seit 1990 hat den Jagddruck auf die Tierwelt erhöht. Dringende Schutzmaßnahmen sind erforderlich. Obwohl das Jagen mehrerer bedrohter Arten durch nationale Gesetze verboten ist, werden sie auf den Märkten und Straßen ländlicher Siedlungen offen verkauft, oft unmittelbar vor den Augen der Behörden. Es ist schwierig, Wildfleisch zu ersetzen, da es noch immer eine relativ günstige und leicht erhältliche Proteinquelle ist. Ferner wird Wildfleisch sozial und traditionell bedingt dem Nutztierfleisch vorgezogen. Aufklärungskampagnen sollen die Einstellung der Menschen gegenüber Wildfleisch verändern und die Nachfrage senken.

Originalveröffentlichung:
Tella, J. L., Palacios-Martínez, I., Romero-Vidal, P., Blanco, G. & Juste, J. (2026): Wildlife consumption is widespread across Equatorial Guinea and hunted species are more threatened now than 35 years ago. Biological Conservation 316, 111775