Management des Itombwe-Reservats im Jahr 2025
Kategorien: Ausgabe 72, Gefahren, Ökologie, D. R. Kongo, Itombwe, Grauergorillas
Die Verwaltung des Itombwe-Reservats stand 2025, wie bei allen Schutzgebieten im Ostkongo, vor unzähligen Herausforderungen. Das liegt an der prekären Sicherheitslage und den Kriegen, die sich auf alle Lebensbereiche und den Naturschutz auswirken. Seit einigen Monaten verbessert sich die Sicherheitslage im Reservat allmählich, und die Randgebiete stehen unter der Kontrolle der kongolesischen Streitkräfte (FARDC) und der ihnen angeschlossenen Wazalendo-Gruppen.
Dank der anhaltenden Unterstützung von Partnern wie der Berggorilla & Regenwald Direkthilfe, Primate Expertise, The Gorilla Organization, ACOPED und Strong Roots konnten dennoch diverse Aktivitäten durchgeführt werden, u. a. Patrouillen, das Tracking der Tiere mit Kamerafallen sowie Sensibilisierungs- und Umweltbildungsmaßnahmen.
Im Jahr 2025 wurden 29 Überwachungspatrouillen in den drei Sektoren Mulambozi, Ulindi und Elila durchgeführt. Diese aktive Präsenz des ICCN vor Ort gewährleistet einen wirksamen Schutz. Die Patrouillen fanden an 192 Tagen statt und umfassten 22 % der Gesamtfläche des Schutzgebiets. Dabei wurden 719 Fallen entfernt, 10 Fallgruben verschlossen, 30 Wilderer festgenommen, aufgeklärt und sensibilisiert, Lager aufgelöst und Waffen beschlagnahmt sowie zahlreiche Fotos und Videos von Gorillas, Schimpansen und anderen Wildtieren aufgenommen.
Außerdem wurden 2025 folgende Aktivitäten unternommen, um das Engagement der Gemeinden für den Naturschutz und die Entwicklung der Gemeinden zu stärken:
- Insgesamt wurden über 600 Personen über die Bedeutung von Natur- und Artenschutz aufgeklärt, darunter rund 60 % Schüler:innen und 10 % Lehrkräfte. Die Teilnehmenden zeigten großes Lerninteresse und stellten zahlreiche Fragen, wie natürliche Lebensräume geschützt werden können. Viele waren überrascht zu erfahren, dass einige Tierarten nur in genau diesem Gebiet leben und dass ihr Verschwinden irreversible Auswirkungen auf den Naturschutz hätte. Sie regten an, die Aufklärungsveranstaltungen auszuweiten, schulübergreifende Wettbewerbe zu organisieren und Umweltclubs und Schulgärten zu gründen.
- Radiosendungen zum Thema Einhaltung der Schutzzonen und zum Verbot der Tötung streng geschützter Tiere in der Demokratischen Republik Kongo erreichten rund 2700 Menschen rund um das Reservat.
- 1000 Kalender wurden an einflussreiche Institutionen verteilt, u. a. an Polizei, Krankenhäuser und Kirchen.
Die angespannte Sicherheitslage, mangelnde Infrastruktur und fehlende Grenzmarkierungen in Teilen des Reservats sind weiterhin ein großes Problem. Dazu kommt der sehr geringe Personalbestand (nur 40 Mitarbeiter für die Kontrolle von 5372 km²) und die unzureichende Ausrüstung für Monitoring sowie Datenerfassung und -verarbeitung. Durch die Lösung dieser Probleme könnte die Verwaltung des Itombwe-Reservats deutlich verbessert werden.
Zahlen zur Verbreitung dreier bedrohter Arten in den drei Sektoren 2025 - sie dienen als Indikatoren für die Erreichung der Schutzziele des Reservats
Art | Wissenschaftlicher Name | Elila | Mulambozi | Ulindi | Gesamt |
Schimpanse | Pan troglodytes | 115 | 207 | 9 | 331 |
Gorilla | Gorilla beringei graueri | 0 | 384 | 0 | 384 |
Riesenschuppentier | Smutsia gigantea | 2 | 0 | 0 | 2 |
Gesamt |
| 117 | 591 | 9 | 717 |
Claude Sikubwabo Kiyengo und Séguin Caziga Bisuro
