Kagwene-Gorillas

Kategorien: Ausgabe 36, Schutzmaßnahmen, Kamerun, Kagwene, Cross-River-Gorillas, Gorilla Journal

Das WCS-Forschungscamp und Eco-Guard-Posten am Waldrand in 1800 m Höhe. Von diesem Camp werden die Gorillabeobachtungen und die Schutzmaßnahmen koordiniert. (© WCS, Aaron Nicholas)

Das WCS-Forschungscamp und Eco-Guard-Posten am Waldrand in 1800 m Höhe. Von diesem Camp werden die Gorillabeobachtungen und die Schutzmaßnahmen koordiniert. (© WCS, Aaron Nicholas)

MINFOF-Mitarbeiter in Kagwene: der Provinzbeauftragte und der Provinzchef für Wildtiere der Nordwestprovinz erfahren bei einem Besuch im Kagwene-Reservat mehr über Gorillas. (© WCS, Ymke Warren)

MINFOF-Mitarbeiter in Kagwene: der Provinzbeauftragte und der Provinzchef für Wildtiere der Nordwestprovinz erfahren bei einem Besuch im Kagwene-Reservat mehr über Gorillas. (© WCS, Ymke Warren)

Lebensraum im Kagwene-Gorillareservat: Blick auf den Bergwald des Reservats in Richtung Mbulu-Wald, wo ebenfalls Cross-River-Gorillas vorkommen. (© WCS, Aaron Nicholas)

Lebensraum im Kagwene-Gorillareservat: Blick auf den Bergwald des Reservats in Richtung Mbulu-Wald, wo ebenfalls Cross-River-Gorillas vorkommen. (© WCS, Aaron Nicholas)

Am 3. April 2008 verkündete die Regierung von Kamerun die Gründung des Kagwene-Gorilla-Schutzgebiets. Es wird vom Forstministerium verwaltet und dient dem Schutz der Cross-River-Gorillas.

Die Schaffung des Schutzgebiets ist das Ergebnis langjähriger Bemühungen von Forschern und Gorillaschützern. Seit dem Jahr 2003 werden die Cross-River-Gorillas von Kagwene beobachtet. Von Anfang an hat die WCS Bewohner der an das Schutzgebiet grenzenden Dörfer im Gorillaschutz beschäftigt. Heute sind Mitarbeiter aus 7 der 9 Dörfer um Kagwene bei der Gorillabeobachtung beschäftigt. Jetzt wird das Forstministerium voraussichtlich noch einen Konservator und Wildhüter für das Kagwene-Gorilla-Schutzgebiet einstellen. Dank der finanziellen Unterstützung durch mehrere Organisationen konnten ein Verwaltungsbüro und eine Wildhüterstation gebaut sowie ein Solarsystem für das Forschungscamp und die Station angeschafft werden.

Was wir bisher über dir Sozioökologie der Cross-River-Gorillas wissen, stammt aus Studien, die in Kagwene oder im Afi Mountain Wildlife Sanctuary in Nigeria durchgeführt wurden. Die Wissenschaftler fanden eine Reihe von Unterschieden zwischen Cross-River-Gorillas und Westlichen Flachlandgorillas bei der Nahrungssuche, dem Nestbau und der Nutzung des Lebensraums.

Tägliche Beobachtungen der Gorillas von Kagwene liefern weitere Daten über die etwa 20 dort lebenden Tiere und ihre Nutzung der 19,5 km² großen geschützten Gebiets sowie des benachbarten Walds.

Genetische Analysen von Richard Bergl ergaben Unterschiede zwischen den Kagwene-Gorillas und den Cross-River-Gorillas anderer Gebiete in Kamerun und Nigeria. Weitere Untersuchungen sollen mögliche Verbindungen zwischen den verschiedenen Populationen durch Waldkorridore klären und Hinweise für sinnvolle Schutzbemühungen geben.

Die Schaffung des Kagwene-Gorilla-Schutzgebiets ist ein wichtiger Schritt, das Überleben der verbliebenen 250-300 Cross-River-Gorillas langfristig zu sichern.