Gemeindeprojekte am Mt. Tshiaberimu

Kategorien: Gorilla Journal, Ausgabe 59, Erfolge, D. R. Kongo, Mt. Tshiaberimu, Grauergorillas

Ein Kartoffelacker wird mit Kompost gedüngt, bevor die Knollen in die Erde kommen. (© Marie Rose Kavira)

Um das Ökosystem rund um den Mt. Tshiaberimu (einen Teil des Virunga-Nationalparks) intakt zu halten, unterstützt die Berggorilla & Regenwald Direkthilfe diese sehr schwach entwickelte Region seit vielen Jahren. Aus einer Reihe von Anträgen werden passende Projekte ausgewählt. Bedingung ist, dass sie sowohl die wirtschaftliche Entwicklung der Bevölkerung fördern als auch positive Auswirkungen auf den Naturschutz haben und die Menschen für den Schutz der Gorillas sensibilisieren.

Bambuszucht: Bambus ist ein wertvoller Rohstoff, aus dem in der Region verschiedene sehr häufig gebrauchte Produkte hergestellt werden, beispielsweise kleine und große Körbe - als Verpackung für Früchte und Gemüse, für den Transport von Hühnern und Fischen. Außerdem ist Bambus für die Herstellung von Matten unersetzlich. Über 70 % der Bevölkerung rund um den Mt. Tshiaberimu verwenden ausschließlich Bambus für den Bau ihrer Hütten. Im Gebiet von Beni und Lubero mit über einer Million Menschen sind in jedem Haushalt Gegenstände aus Bambus in Gebrauch. So kann man sich vorstellen, welch große Bambusflächen wegen des lokalen Bedarfs zerstört werden.

Am Mt. Tshiaberimu verbringen die Gorillas der Kipura-Familie 60-90 % ihrer Zeit im Bambusgürtel, die der Katsavara-Familie 35-90 % - je nach Jahreszeit. Früher zog sich diese Vegetation fast über den ganzen Berg, heute ist sie nur noch in den höchsten Lagen zu finden und schwindet immer weiter. Durch die Anpflanzung von Bambus außerhalb des Parks kann sich der Bambusgürtel regenerieren und bis in die untersten Bereiche ausweiten.

Derzeit ist ein Projekt in der Endphase, bei dem 15 000 Bambuspflanzen ausgepflanzt werden sollten. Doch eine ungewöhnliche Trockenheit führte zu hohen Verlusten (ca. ein Drittel der Pflanzen ging ein). Die Baumschulen versuchten sie zu ersetzen, aber das Projekt konnte nur zu 84 % realisiert werden, da die Mittel nun erschöpft sind.

Förderung des Kartoffelanbaus: Durch neue Techniken und Saatgut mit hohen Erträgen soll bei diesem Projekt der Anbau von Kartoffeln rund um den Mt. Tshiaberimu verbessert werden. Die Bevölkerung in der Region lebt zu 85 % von der Landwirtschaft. Es ist schwierig, hochwertiges Saatgut zu bekommen, um die Rentabilität der landwirtschaftlichen Produktion zu verbessern. So bleibt die Produktivität gering und es wird nur für den eigenen Verbrauch produziert, nicht für den Markt. Die Menschen dringen auf der Suche nach kultivierbarem Land immer weiter in den Park ein, was den Wald schädigt und Konflikte zwischen Nationalparkmitarbeitern und Gemeinden hervorruft.

Die Organisation CEDAK (Koalition für eine nachhaltige Umwelt am Mont Kiyabirimu) hat 4 Gruppen gebildet, die jeweils ein Feld und 344 kg Saatgut der Sorte Carolis erhalten haben. Deren Ertrag soll viermal höher sein als der der lokalen Sorten. Die Ernte ist für Mitte November 2019 vorgesehen.

Bienenzucht: 100 Bienenstöcke wurden vor Ort hergestellt und 25 sind bereits von Bienen besiedelt; wir hoffen, dass sich zu Beginn der Regenzeit auch in den anderen Stöcken Bienen ansiedeln.

Trinkwasserversorgung: Mehr als 80 % der Haushalte rings um den Mt. Tshiaberimu haben keinen einfachen Zugang zu Wasser. Das erste Projekt für die Erschließung einer Wasserquelle startet gerade.

Claude Sikubwabo Kiyengo