Ebo-Gorillas auf Video

Kategorien: Ausgabe 58, Erfolge, Bestandsaufnahme, Kamerun, Westliche Flachlandgorillas

Malenoh Ndimbe (links) und Elie Ndobon (rechts) richten eine Kamerafalle im Ebo-Wald ein. (© ZSSD/Daniel Mfossa)

Im Ebo-Wald in Kamerun wurde 2002 ein einzigartiges Gorilla-Vorkommen entdeckt. Die Zoologische Gesellschaft von San Diego kämpft seitdem mit drei Gemeinden in der Nachbarschaft im "Ebo Forest Research Project" (EFRP) für den Schutz der Tiere. Dort sensibilisieren "Clubs des Amis des Gorilles" (CAG) die Bevölkerung, informieren über die Bedeutung der Gorillas, schaffen alternative Einkommensquellen und vermindern so den Druck auf den Lebensraum der Tiere. Gemeinsam will man den Bestand für kommende Generationen bewahren.

Seit 2012 führen Freiwillige aus diesen Dörfern ein Gorilla-Monitoring durch. Um Risiken für die seltenen Tiere zu vermeiden, werden dabei nur indirekte Beobachtungsmethoden verwendet wie Nestzählungen oder die Erfassung von Spuren. Da in der Gegend immer noch gewildert wird, will man verhindern, dass sich die Gorillas an Menschen gewöhnen.

Bald entstand die Idee, Kamerafallen in dem rund 30 km² großen Streifgebiet der Gorillas zu verteilen. Zum einen wollte man damit den Bestand dokumentieren. Genauso wichtig war es aber, in der Bevölkerung den Stolz auf die scheuen Geschöpfe zu fördern, indem man sie über Bilder erfahrbar werden ließ. Dank der Unterstützung der British Ecological Society konnten wir im Juni 2015 30 Kameras aufstellen. Geplant war ein Erhebungszeitraum von 12 Monaten. Alle drei Wochen wechselte dabei ein CAG-EFRP-Team Speicherchips und Akkus.

Die Gorillas stellten die Naturschützer auf eine harte Probe, bis eine Gruppe im Januar 2016 endlich in die Fotofalle tappte: Sie lieferte Videos und Standbilder von insgesamt 8 Individuen, darunter eine schwangere Frau und 2 Jungtiere - der Nachwuchs macht Hoffnung für die Zukunft. Die Kameras nahmen außerdem Schimpansen, Elefanten, Meerkatzen, Ducker und andere Tiere auf.

Das Filmmaterial wurde in den lokalen Gemeinden mit Begeisterung aufgenommen. In rasanter Geschwindigkeit verbreiteten sich Bilder, Dokumentarfilme, Poster, Newsletter oder YouTube-Videos im Netz und über andere Medien. Enthusiastisch erklärte das traditionelle Oberhaupt des Ndokbiakat-Clans, Dipita Gaston: "Endlich können wir Fotos unserer Gorillas an die Wand hängen." Für das Projekt war dies ein wichtiger Meilenstein in dem Bemühen, die einzigartige Gorillapopulation zu schützen.

Der Ebo-Gorilla lebt geografisch zwischen den Verbreitungsgebieten der zwei Unterarten des Westlichen Gorillas: dem Westlichen Flachlandgorilla und dem Cross-River-Gorilla. Die taxonomische Zugehörigkeit dieser kleinen Population ist noch nicht abschließend geklärt. Wir arbeiten schon lange darauf hin, dass der Ebo-Wald zum Nationalpark erklärt wird, um die Gorillas, aber auch viele andere bedrohte Tierarten, für die Nachwelt zu erhalten.

Daniel Mfossa, Malenoh Ndimbe, Ekwoge Abwe und Bethan Morgan

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