Gute Nachrichten aus Sarambwe

Kategorien: Gorilla Journal, Ausgabe 58, Erfolge, Konflikte, Schutzmaßnahmen, D. R. Kongo, Sarambwe, Berggorillas

Versammlung zum Grenzkonflikt am Sarambwe-Patrouillenposten: Gemeindeleiter, traditionelle Chefs, Fährtenleser, Wildhüter, Militärs und lokale Behörden (© Berggorilla & Regenwald Direkthilfe)

Ein Ende des Grenzkonflikts zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Uganda im Sarambwe-Naturreservat rückt näher. Das Reservat mit einer Fläche von fast 900 Hektar beherbergt Berggorillas (Gorilla beringei beringei), Schimpansen (Pan troglodytes), Paviane, Guerezas, Diademmeerkatzen und Rotschwanzmeerkatzen. Das Naturreservat ist durch die ugandische Bevölkerung bedroht, die dort Felder anlegt. Der südliche Teil, der sich an den Bwindi-Impenetrable-Nationalpark anschließt, enthält noch intakten Primärwald, der zentrale Teil ist etwa zur Hälfte von Ugandern geschädigt und der nördliche Teil besteht fast ausschließlich aus Brachflächen, die von Ugandern bewirtschaftet werden. Die Umwandlung des Walds in Felder und Weideland, Abholzung, Buschfeuer, Jagd und Wilderei bedrohen die natürlichen Ressourcen des Reservats.

Bis 1998 war die Grenze zwischen Kongo und Uganda klar durch Grenzsteine markiert. Als das Sarambwe-Reservat eingerichtet wurde, dachte die Bevölkerung, dass die Steine das Vorkommen wertvoller Bodenschätze markierten und fingen an, sie zu verschieben und dort zu graben. Da die Grenze nicht mehr zu erkennen war, drangen allmählich Ugander in das Reservat ein und besetzten etwa ein Drittel der Fläche. Es gab zahlreiche Verhaftungen, Beschlagnahmungen von Gerät und Zerstörung der Felder. Das Problem war damit aber nicht gelöst. Erst als Treffen zwischen der kongolesischen und der ugandischen Bevölkerung im Rahmen von Sensibilisierungsmaßnahmen organisiert wurden, zeigte sich, dass es sich vorrangig um einen Grenzkonflikt handelte. Das Einschalten hochrangiger Vertreter beider Staaten ebnete schließlich den Weg für eine Lösung des Konflikts. Teams, die sich aus den lokalen Chefs, den Ältesten, Gemeindeführern, Fährtenlesern und Wildhütern des Reservats sowie Vertretern der ugandischen Armee zusammensetzten, klärten den Verlauf eines großen Teils der Grenze und markierten sie. Die Beteiligten planten gleich ein weiteres Treffen zur Klärung aller noch offenen Fragen.

Die gute Nachricht ist, dass sich die ugandische Bevölkerung aus den markierten Gebieten zurückgezogen und die Bewirtschaftung der Brachflächen im Reservat eingestellt hat.

Claude Sikubwabo Kiyengo