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Tourismus

Der Silberrückenmann Mlima mit dem BaAka-Tracker Molongo (© Chloé Cipolletta)

Der Gorillatourismus begann in Uganda - mit Walter Baumgärtel, der von 1955 bis 1969 das Hotel Travellers Rest in Kisoro führte. Intensiv betrieben wurde er aber erst ab 1978, als das Mountain Gorilla Project in Ruanda einige Gorillagruppen speziell an Touristen gewöhnte. Durch die Einnahmen aus den Besuchen soll der Schutz der Gorillas gesichert werden. Von 1973 bis 1989 stieg die Zahl der Virunga-Gorillas von 261 auf 324 an; diese positive Entwicklung wurde auf das Tourismus-Projekt zurückgeführt. Inzwischen gibt es in mehreren Gebieten bei den Östlichen und den Westlichen Gorillas Besuchsmöglichkeiten. Damit der Tourismus den Tieren nicht schadet, sind die Anzahl der Touristen gewöhnlich auf 8 Personen pro Gorillagruppe und die Besuchszeit auf 1 Stunde beschränkt. Die beträchtlichen Summen, die für einen Gorillabesuch bezahlt werden müssen, verführen zur Korruption. Viele Personen verdienen daran und die Gefahr besteht, dass für sie nicht mehr der Gorillaschutz, sondern das Geld im Vordergrund steht. Nur durch sehr strenge staatliche Kontrolle kann vermieden werden, dass jemand die Regeln missachtet. Wenn man den vorgeschriebenen Mindestabstand zu den Gorillas unterschreitet, wird die Gefahr der Krankheitsübertragung drastisch erhöht. Es liegt vor allem in der Verantwortung jedes einzelnen Besuchers, ob der Tourismus den Gorillas schadet oder nützt.

Gorillatourismus - pro und contra

Gorillatourismus - pro und contra

Seit Ende der 70er Jahre gibt es in Ruanda intensiven Gorillatourismus; Berggorillagruppen wurden speziell für Touristenbesuche an Menschen gewöhnt. Später geschah dies auch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda. Damit die Tiere nicht darunter leiden, gelten strenge Regeln für die Besucher. Doch reicht das aus? Durch die Nutzung der Gorillas soll ihr Schutz gesichert werden - allerdings kann sich der Tourismus auch negativ auf die Tiere auswirken.

Gorillatourismus - Vorteile für die Gorillas

  • Höhere Sicherheit: Die Anwesenheit von Menschen hält Wilderer ab.
  • Besseres Monitoring: Durch regelmäßige Besuche können Geburten, Todesfälle und andere Veränderungen, Gesundheitsprobleme bei den einzelnen Gorillagruppen und illegale Aktivitäten in den Schutzgebieten rasch erkannt werden.
  • Devisenquelle: Beträchtliche Einnahmen sichern den Unterhalt der Schutzgebiete. Sie kommen den Nationalparkbehörden zugute und allen, die am Tourismus verdienen (in geringerem Maße auch der dort ansässigen Bevölkerung).
  • Bekanntheit: Gorillas als imposante Tiere erzeugen großes Interesse - bei Medien ebenso wie bei Wissenschaftlern.

Gorillatourismus - Nachteile für die Gorillas

  • Gorillas verlieren ihre Scheu vor Menschen: Sie plündern Felder und flüchten nicht vor Wilderern.
  • Infektionen: Von Menschen und Nutztieren können Krankheiten auf Gorillas übertragen werden.
  • Verhaltensänderungen: Die Anwesenheit von Menschen bedeutet Stress für die Gorillas.
  • Bevölkerungsdruck: Immer mehr Menschen hoffen, vom Tourismus zu profitieren, und ziehen ins Umfeld der Schutzgebiete. Menschen, die in der Nähe der Gorillas leben, sind häufig verärgert, wenn sie nicht oder nur wenig am Tourismus verdienen, und können dann die Schutzbemühungen behindern.
  • Habituierung zu vieler Gorillas: Die Abhängigkeit der Länder vom Gorillatourismus steigt, und immer mehr Gorillagruppen werden habituiert.
  • In den Nationalparks wird für Touristen-Einrichtungen Land verbraucht und Vegetation zerstört.