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Verhalten

Gorillalaute

Gorillas leben im dichten Regenwald, wo sich die Gruppenmitglieder oft nicht sehen können, deshalb spielen Laute bei der Verständigung eine entscheidende Rolle. Silberrückenmänner äußern die meisten Laute, am bekanntesten sind die weithin hörbaren, vor allem das Brusttrommeln. Die häufigsten Lautäußerung sind eher leise: ein Grunzen, das sehr variabel ist und wahrscheinlich sehr unterschiedliche Bedeutungen hat.

Ölexploration in Gabun

Dezember 2010
Kategorien: Ausgabe 41 | Gefahren | Gorilla-Journal | Mundry, Roger | Rabanal, Luisa | Sonstige Länder | Sonstige Schutzgebiete  | Verhalten | Westliche Flachlandgorillas

In diesem Loch wird das Dynamit für die Sprengung versenkt. (© Luisa Rabanal)

Seit die Ölreserven der Erde merklich schrumpfen, steigt das Interesse der großen Mineralölkonzerne an ungenutzten afrikanischen Vorkommen. So erhielt der chinesische Konzern Sinopec im Jahr 2005 die Konzession für die Exploration der Ölvorkommen im Loango-Nationalpark, Gabun. Das Schutzgebiet dient bedrohten Arten wie den Westlichen Flachlandgorillas, Schimpansen, Waldelefanten und anderen Großsäugern als Rückzugsraum.

Die erste Serie von Testsprengungen, die so genannten seismischen Operationen, begann 2006 ohne klare Umweltschutzbestimmungen. Erst im Anschluss konnte das Umweltministerium Gabuns die ökologischen und sozialen Auswirkungen der seismischen Operationen untersuchen. Das Ziel der Studien war es, Richtlinien zu erarbeiten, um die Effekte der zweiten Erkundungsphase 2007 auf die Umwelt möglichst gering zu halten. An unserer 2005 gegründeten Forschungsstation prüften wir zudem die Auswirkungen der Sprengungen auf die Großsäuger des Parks. Wir konzentrierten uns auf die Auswirkungen des durch Dynamit-Explosionen hervorgerufenen Lärms. Weitere Studien wären wichtig, um andere Reaktionen wie Stress, Verhaltensänderungen oder Hormonkonzentrationen zu erfassen.
Die Reaktionen verschiedener Tierarten auf menschlichen Lärm hängen sehr stark von ihrer Größe und der Größe ihres Lebensraumes ab. Deshalb haben wir neben Gorillas, Schimpansen und Elefanten auch Mangaben, Meerkatzen und Waldducker in die Studie einbezogen. Wir vermuteten, dass Menschenaffen und Elefanten der Lärmquelle stärker ausweichen würden als Affen und Ducker, die kleinere Gebiete besiedeln. Allerdings sind die Möglichkeiten der Großsäuger, auf andere Lebensräume auszuweichen, geringer als die der kleineren Arten.
In einem Teil des Sinopec-Konzessionsgebietes zählten wir 2007 indirekte Spuren der genannten Tierarten, etwa Nester - vor, während und nach den Sprengungen. Die Hälfte der Transekte, auf denen wir die Untersuchung durchführten, verlief direkt auf den Linien, an denen die Sprengungen stattfanden, die andere Hälfte dazwischen. Unsere Ergebnisse zeigten, dass die seismische Aktivität, obwohl sie eine niedrigschwellige Maßnahme war, negative Auswirkungen auf bestimmte Regenwaldtiere hatte. Die Störung führte bei Elefanten und Gorillas zur gleichen Verhaltensweise - Änderung der Wanderbewegungen -, während sich bei den kleineren Arten keine Auswirkungen feststellen ließen. Wir konnten sogar nachweisen, dass Elefanten und Gorillas noch 4 Monate nach den Explosionen die seismischen Linien mieden. Das Ergebnis spiegelt die Biologie und das Wanderverhalten der Arten. Die Arten mit größeren Lebensräumen und Bewegungsradien wichen den Störungen stärker aus als Affen und Waldducker.
Um die negativen Einflüsse seismischer Operationen zu minimieren, muss in Zukunft unbedingt berücksichtigt werden, welche Arten in dem jeweiligen Gebiet vorkommen und wie sie ihren Lebensraum nutzen, und Richtlinien zur Erhaltung der gefährdeten Arten müssen erarbeitet werden. Solche Richtlinien sollten etwa die Ausweisung von lärmfreien Rückzugsgebieten vorsehen. Zudem lassen sich durch die sinnvolle Festlegung der seismischen Linien Störungen reduzieren. Räumlich und zeitlich abgestimmte Explosionen erlauben es den Arten außerdem, sich von den Lärmquellen langsam zurückzuziehen.
Glücklicherweise beendete Sinopec 2007 seine Aktivitäten im Schutzgebiet, da sich die Nutzung des Ölvorkommens als nicht lukrativ erwies.

Luisa Rabanal, Martha Robbins, Roger Mundry und Christophe Boesch

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Berggorillakind im Virunga-Nationalpark (© Christian Kaiser)