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Verhalten

Gorillalaute

Gorillas leben im dichten Regenwald, wo sich die Gruppenmitglieder oft nicht sehen können, deshalb spielen Laute bei der Verständigung eine entscheidende Rolle. Silberrückenmänner äußern die meisten Laute, am bekanntesten sind die weithin hörbaren, vor allem das Brusttrommeln. Die häufigsten Lautäußerung sind eher leise: ein Grunzen, das sehr variabel ist und wahrscheinlich sehr unterschiedliche Bedeutungen hat.

Forschung an Berggorillas

Dezember 2010
Kategorien: Ausgabe 41 | Berggorillas | Fawcett, Katie A. | Gorilla-Journal | Gorillagruppen | Ökologie | Ruanda | Verhalten | Vulkan-Nationalpark

Cyril Grüter auf dem Gipfel (© Cyril Grüter)

Seit 40 Jahren werden Berggorillas erfolgreich erforscht und geschützt. So stieg trotz der seit zwei Jahrzehnten andauernden politischen Instabilität die Zahl der Tiere von 250 Mitte der 80er Jahre auf 380 im Jahr 2003. (Ergebnisse der Bestandsaufnahme 2010) Der "Erfolg" konzentriert sich gewissermaßen um die Forschungsstation Karisoke, die eine zwei- bis dreimal höhere Gorilladichte aufweist als die Region der östlichen Vulkane. Auch liegt die Gruppengröße hier weit über dem Durchschnitt. Kein Wunder, denn das Gebiet zwischen den Bergen Visoke und Karisimbi ist reich an krautiger Vegetation, darunter üppige Vorkommen qualitativ hochwertiger Nahrungspflanzen. Gleichzeitig sind menschliche Störungen geringer als im übrigen Schutzgebiet.
Nun stellt sich die Frage, wie sich die hohe Gorilladichte auf die Lebensräume auswirkt. Schließlich leben die Tiere wie auf einer Insel inmitten dicht besiedelten landwirtschaftlich genutzten Landes. Wann wird die natürliche Tragfähigkeit dieses Lebensraumes erreicht? Hat sich vielleicht die Verfügbarkeit von Pflanzen in den vergangenen Jahren bereits verändert? Oder müssen die Tiere ausgedehntere Wanderungen unternehmen, um satt zu werden?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich eine neue Studie des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und des Dian Fossey Gorilla Fund International (DFGFI). Ein Teil der Studie wiederholt eine Pflanzen-Bestandsaufnahme aus dem Jahr 1989. Dabei wird geprüft, ob sich die Verfügbarkeit von Gorillanahrung im Karisoke-Gebiet seit den späten 80er Jahren verändert hat. Gesammelte Pflanzenproben werden im Labor zusätzlich auf ihren Energie- und Nährstoffgehalt analysiert.
In einem zweiten Teil prüfen wir, wie extreme Gruppengröße die Nahrungsaufnahme und die Konkurrenz beeinflusst. Diese Fragestellung ist für den Artenschutz von unmittelbarem Interesse, da sich erhöhte Aggressivität und verminderte Nahrungsaufnahme negativ auf die Vermehrung weiblicher Gorillas auswirken können - und damit direkt auf die Wachstumsrate der Gorillapopulation.
Für diesen Teil der Studie werden drei Gorillagruppen unterschiedlicher Größe beobachtet. Im Mittelpunkt stehen die Nahrungsaufnahme der erwachsenen weiblichen Gorillas und ihr Dominanzverhalten bzw. die aggressiven Interaktionen zwischen den Tieren.
Wir werden schätzen, wie viel ein Gorillaweibchen isst und wie oft es dabei von anderen Weibchen vertrieben bzw. gestört wird. Wir vermuten, dass weibliche Gorillas in größeren Gruppen weniger Nahrung und Nährstoffe aufnehmen als in kleineren Gruppen, wo es weniger Mäuler zu stopfen gibt. Zudem erfassen wir die täglichen Wanderstrecken. Wir prüfen, ob größere Gruppen weitere Strecken zurücklegen müssen, um genügend Nahrung zu bekommen.
Die Untersuchungen laufen bis Ende 2010, und die Ergebnisse werden wir nach der Auswertung vorstellen.

Cyril C. Grueter, Katie A. Fawcett und Martha M. Robbins

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Berggorillakind im Virunga-Nationalpark (© Christian Kaiser)