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Verhalten

Gorillalaute

Gorillas leben im dichten Regenwald, wo sich die Gruppenmitglieder oft nicht sehen können, deshalb spielen Laute bei der Verständigung eine entscheidende Rolle. Silberrückenmänner äußern die meisten Laute, am bekanntesten sind die weithin hörbaren, vor allem das Brusttrommeln. Die häufigsten Lautäußerung sind eher leise: ein Grunzen, das sehr variabel ist und wahrscheinlich sehr unterschiedliche Bedeutungen hat.

Schutz in der Gruppe

Dezember 2010
Kategorien: Ausgabe 41 | Gorilla-Journal | Gorillagruppen | Mbehang Nguema, Pierre Philippe | Sonstige Länder | Sonstige Schutzgebiete  | Verhalten | Westliche Flachlandgorillas

Petit Ngoû vor dem Verlust seines rechten Unterarms (© Chieko Ando)
Petit Ngoû nach dem Verlust seines rechten Unterarms (© Chieko Ando)

Seit 2003 versuchen wir, die Gorillas im Moukalaba-Doudou-Nationalpark, Gabun, an Menschen zu gewöhnen. Ein Zeichen unseres Erfolgs ist, dass man die Gruppe Gentil aus einer Entfernung von 10-20 m beobachten kann.
Im Juni 2008 bestand die Gruppe aus 20 Mitgliedern: einem Silberrücken, einem Schwarzrücken, 7 Frauen und 11 Jungtieren. Im August 2008 verschwand eine Frau namens Ngoû aus der Gruppe und ließ ihr Kind zurück. Als Ngoû verschwand, verletzte sich ihr etwa dreijähriger Sohn, Petit Ngoû, schwer und verlor dabei seinen rechten Unterarm. Als wir ihn fanden, leckte er die noch leicht blutende und offene Wunde.

In den ersten paar Wochen nach der Verletzung schien Petit Ngoû sehr schwach und verlor Gewicht. Doch nach einem Monat erholte er sich zusehens. Zu Beginn lief er dreibeinig, nach einigen Tagen zweibeinig, wobei er die linke Hand zum Essen nutzte. Nach 2 Monaten konnte er bereits auf einen Baum klettern; dafür benutze er seine linke Hand, die Füße und die Zähne. Nach 3 Monaten aß er auch mit dem verletzten Arm. Allmählich entwickelte er fast die gleichen körperlichen Fähigkeiten wie zuvor. Petit Ngoû konnte sich erstaunlich schnell den Umständen anpassen.
Andere Gruppenmitglieder blieben immer in Petit Ngoûs Nähe und kümmerten sich um ihn. Besonders der Silberrücken, der Schwarzrücken oder das älteste Jungtier waren immer bei ihm. Wir beobachteten oft, dass andere Gruppenmitglieder auf Petit Ngoû warteten. Der Silberrücken beschützte ihn, besonders vor den Forschern, wenn diese sich ihm näherten. Eines Tages beobachteten wir, dass Petit Ngoû auf einem Baum zurückblieb, während der Rest der Gruppe weiterzog. Als er jammerte, kam Upinda (etwa 5 Jahre alt) zurück und wartete auf Petit Ngoû, bis dieser herabgestiegen war; dann gingen sie zusammen weg. Der Silberrücken, der Schwarzrücken oder andere Jungtiere halfen Petit Ngoû oft, indem sie auf ihn warteten oder ihm eine Stütze boten. Die Frauen hingegen waren desinteressiert. Petit Ngoû durfte sogar in der Nähe des Silberrückens essen, was anderen nicht gestattet war.
Diese Beobachtungen zeigen, dass es für verletzte Gorillas offenbar keine Nachteile in der Gruppe gibt. Dass Kinder mehr Zeit mit einem Silberrücken verbringen, nachdem sie ihre Mutter verloren haben, wurde auch von Berggorillas mehrfach berichtet. Der Silberrücken beschützt Waisenkinder mehr als andere Jungtiere der Berggorillas. Die Gruppenzusammensetzung und die sozialen Beziehungen verändern sich durch ein körperbehindertes Mitglied nicht, solange die Männer und die Jungtiere sich seiner annehmen.

Chieko Ando und Pierre Philippe Mbehang Nguema

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Berggorillakind im Virunga-Nationalpark (© Christian Kaiser)