Zusammenstellung einer Reiseapotheke

Neben Medikamenten, die bei fester Einnahme zu Hause selbstverständlich auch nach Afrika mitgeführt werden müssen, oder Präparaten, die bei bekannter Neigung zu bestimmten Beschwerdebildern individuell prophylaktisch mitgenommen werden sollten, möchte ich Ostafrika-Reisenden (Rücksprache und enge Abstimmung mit dem Hausarzt vorausgesetzt) aus eigener Erfahrung untenstehende Zusammenstellung empfehlen (die Wirkstoffangaben sind in Klammern gesetzt, der überwiegende Teil der genannten Präparate ist verschreibungspflichtig). Viele der genannten Medikamente sind auch vor Ort in Kampala oder Kigali in seriösen Apotheken zu bekommen (meist ohne ärztliche Verschreibung) und kosten nur Bruchteile der hohen Fixpreise in Europa, dies gilt vor allem für Medikamente zur Malariaprophylaxe.

  • Malaria: Lariam® (Mefloquin) oder Malarone® zur Prophylaxe, bei Aufenthalten von mehr als zwei Monaten Einnahme von Doxycyclin, zur Notfallbehandlung Riamet® (Arthemeter & Lumefantrin)
  • Durchfall: Imodium-Akut®-Tabletten oder Sanifug®-Tropfen (Wirkstoff: Loperamid), zur Wiedereinstellung des Elektrolythaushaltes Elotrans®-Beutel, bei akuten bakteriellen Darminfektionen zusätzlich Antibiotika (siehe unten)
  • Übelkeit: Paspertin® (Metoclopramid) Tropfen oder Tabletten, bei bekannter Neigung zu Kinetosen (Reisekrankheit) Scopoderm TTS®-Pflaster
  • Erbrechen: Vomex A®-Dragees (Dimenhydrinat)
  • Fieber und Schmerzen: Paracetamol-Tabletten, z.B. Paracetamol-ratiopharm® oder Acetylsalicylsäure-Tabletten, z. B. Aspirin® , bei krampf- oder kolikartigen Schmerzen Buscopan®-Dragees oder Zäpfchen
  • Antibiotika: Amoxicillin, z. B. Amoxicillin-ratiopharm® (ein Breitspektrum-Penicillin) - Einsatzbereich: Infektionen der oberen Atemwege, unkomplizierte Haut- und Weichteilinfektionen
    Ciprofloxacin, z. B. Ciprobay® (ein breit wirkendes Fluorchinolon) - Einsatzbereich: Infektionen der Atemwege und Harnwege, Salmonellosen und andere bakterielle Durchfallerkrankungen
    Cotrimoxazol (ein sulfonamidhaltiges Kombinationspräparat), z. B. Cotrim forte-ratiopharm® oder Bactrim®-Einsatzbereich: Infektionen des Magen-Darm-Traktes, der Harnwege, der Haut und Weichteilinfektionen
    Alle Antibiotika sollten möglichst nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden.
  • Allergien, Juckreiz und Insektenstiche: Tavegil®-Tabletten (ein Antihistaminikum). Bei juckenden Stichen Tavegil®-Salbe oder Soventol®-Salbe. Bei großflächigem Sonnenbrand Ultralan®-Milch
  • Augentropfen: Yxin®-Augentropfen bei Reizungen und Schwellungen des Auges. Antibiotische Refobacin®-Augensalbe bei Entzündungen
  • Hautpilz: Clotrimazol (Antimykotikum), z. B. Fungizid-Ratiopharm®-Creme
  • Wundsalbe: Bepanthen®-Salbe
  • Verbandszeug und Desinfektion: Mullbinden (versch. Breiten), Pflaster in versch. Größen, Heftpflaster, Leukoplast®/Leukosilk®, sterile Kompressen, Wundgaze (z. B. Nebacetin®-Wundgaze), elastische Binden, antiseptische Betaisodona®-Salbe und/oder Betaisodona®-Lösung
  • Trinkwasserdesinfektion: Certisil® oder Romin®, am besten ein mechanisches Wasserfiltersystem (z. B. von den Firmen Relags oder Katadyn)
  • für den Notfall: starkes Schmerzmittel, z. B. Tramal®-Tropfen
  • Sonstiges: Fieberthermometer, Pinzette, Schere, Einmalspritzen und -kanülen, Alkoholtupfer, Halsschmerztabletten (z. B. Frubienzym®-Tabletten), Insektenschutz (z. B. Autan), Sunblocker (LSF 15-25), Dreieckstuch, evtll. Nasentropfen (z. B. Otriven®)

Kondome und Tampons sind nur in den Hauptstädten problemlos erhältlich, ebenso orale Antizeptiva. Es ist aus verschiedensten Gründen empfehlenswert, einen entsprechenden Vorrat aus dem Heimatland mit sich zu führen.

Christoph Lübbert

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