Besuche bei Flachlandgorillas in Zentralafrika
Ein Ziel des EU-Programms ECOFAC, das 1992 ins Leben gerufen wurde, ist die Einführung des Gorillatourismus in Nationalparks Zentralafrikas. Als besonders geeignet dafür hat sich der Odzala-Nationalpark im Norden von Kongo-Brazzaville erwiesen. Dort gibt es große Flächen mit offenem Wald, in dem sich die Gorillas besonders gern aufhalten. Im Norden des Parks gibt es außerdem mehr als 100 Waldlichtungen ("Bais" oder Salinen), von denen einige von vielen Großsäugern besucht werden, vor allem Elefanten, Gorillas, Büffeln, Bongos, Sitatungas, Riesenwaldschweinen und Pinselohrschweinen. Innerhalb von 8 Monaten wurde eine dieser Salinen (Maya-nord) von mindestens 36 verschiedenen Gorillagruppen und 18 einzelnen Männern besucht, insgesamt 420 Tieren. An 80% aller Tage konnte man Gorillas sehen! In einem Gebiet namens Lossi, 30 km südwestlich des Parks, konnten einige Gorillagruppen habituiert werden. Das war ein großer Erfolg, denn einige Fachleute hatten schon angenommen, dass Gorillas in Zentralafrika überhaupt nicht an Menschen gewöhnt werden könnten. Odzala bietet heute die Möglichkeit, Säugetiere des Regenwalds in den Salinen und aus nächster Nähe im Wald zu sehen. Der Krieg hat die Einführung des Tourismus zwar unterbrochen, aber sich sobald die Lage wieder stabilisiert, können die Aktivitäten schnell wieder aufgenommen werden. Heute ist der Park zwar auf Straßen von der Hauptstadt aus fast nicht erreichbar, aber da der Odzala-Nationalpark nur 60 km von der Grenze zu Gabun entfernt liegt, wo die Straßen und die Kommunikation gut sind, kann er von dort erreicht werden. Für Besucher gibt es mehrere Angebote. Nach einer Bootsfahrt von Mboko auf dem Fluss Mambili erreicht man die Salinen im Norden des Parks. Für diesen Besuch sollte man 6-7 Tage einplanen. Vom Zeltcamp in Ekania kann man viele Salinen erreichen, die regelmäßig von Großtieren einschließlich Gorillas besucht werden. An der Saline Maya-nord befinden sich ein weiteres Zeltcamp und ein Beobachtungspunkt mit sehr guter Aussicht. Zum Gorilla-Tracking in Lossi muss man heute noch einen 9-stündigen Fußmarsch einplanen, aber wenn der Tourismus wieder richtig einsetzt, wird man die Hälfte auf der Straße mit dem Auto zurücklegen können. Es gibt dort eine einfache Unterkunft. Zwei Gorillafamilien sind bereits habituiert, und es ist fast sicher, dass man einer davon begegnet. Man sieht sie zwar am Boden nicht so gut wie in den Virungas, aber da sie oft auf Bäume steigen, kann man sie dort leicht beobachten. Derzeit gibt es Versuche, Gorillatourismus auch an anderen Stellen in Zentralafrika einzuführen, vor allem in Gabun (Lopé-Reservat) und Äquatorialguinea (Monte-Alen-Nationalpark). In diesen Schutzgebieten ist der Tourismus schon eingeführt, sodass die Gorillas eine zusätzliche Attraktion darstellen. Obwohl in Monte Alen bisher keine Familie habituiert ist, konnten alle Besucher, die im Sommer 1998 2-3 Nächte blieben, Gorillas sehen. In Lopé beginnt die Habituierung erst, und man hofft, dass im Jahr 2000 dort der Gorillatourismus beginnen kann. Weitere Informationen (Umgangssprache französisch!) unter http://www.ecofac.org |