Gorilla-Journal 30, Juni 2005
Wilhelmamobil zum Kongoregenwald
Seit Ostern 2005 betreuen die ehrenamtlichen Helfer des Zoologisch-Botanischen
Gartens Wilhelma in Stuttgart einen Infostand mit Exponaten und Informationen
zum Lebensraum Kongoregenwald. Da dieser Lebensraum sehr stark bedroht
ist, möchten die Wilhelmabegleiter die Besucher über die Situation
vor Ort aufklären und bei dieser Gelegenheit auch Spenden für
Projekte in der Demokratischen Republik Kongo sammeln. Eines dieser Projekte
sind die Aktivitäten der Pole Pole Foundation (POPOF), die
1992 vom Kongolesen John Kahekwa gegründet wurde und seit vielen
Jahren auch von der Berggorilla & Regenwald Direkthilfe gefördert
wird. POPOF führt Ausbildungen für ehemalige Wilderer und Pygmäenfrauen
durch, damit diese eine alternative Einkommensquelle z. B. mit dem Schnitzen
von Gorillafiguren oder Nähen von Bekleidungsstücken haben.
Auch wurden Schulen gegründet, damit die Kinder eine bessere Zukunftsperspektive
haben.
Damit es für die zahlreichen Besucher, unter denen sich auch viele
Kinder befinden, nicht zu theoretisch wird, haben wir von der Wilhelma
sowie dem Stuttgarter Naturkundemusem zahlreiche Exponate zur Verfügung
gestellt bekommen. So dürfen interessierte Kinder und Erwachsene
ein echtes Leopardenfell streicheln, das vor etlichen Jahren vom Zoll
beschlagnahmt wurde. Nicht minder faszinierend sind ein fast 100 Jahre
alter Leopardenschädel, der Schädel eines Duckers und der eines
Mantelpavians.
Der Anblick einiger von der Berggorilla & Regenwald Direkthilfe
zur Verfügung gestellten Wildererschlingen löst bei vielen Besuchern
Betroffenheit aus und leitet häufig tiefergehende Diskussionen über
die generelle Gefährdung der im Kongo lebenden Tiere ein. Auch Fragen
eines von uns zusammengestellten Regenwaldquiz' sorgen für einige
Aha-Erlebnisse bei Jung und Alt: Die wenigsten haben schon einmal von
"Afrormosia" (einer Holzart) oder "Coltan" (einem
wertvollen Erz) gehört, und bei der Frage nach dem "Gärtner
des Regenwaldes" tippen die meisten auf den Goliathkäfer statt
auf den Waldelefanten.
Wir wünschen uns, dass möglichst viele Besucher bei unserem
Kongomobil vorbei-schauen, sich von den Exponaten faszinieren lassen und
vielleicht auch den einen oder anderen Euro ins Spendenkässchen für
POPOF werfen.
Bärbel Winkler

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