Gorilla-Journal 35, Dezember 2007

Bedrohung steigt

Im September 2007 veröffentlichte die internationale Naturschutz-Union IUCN die neue Rote Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Insgesamt umfasst sie 41 415 Arten, von denen 16 306 als "vom Aussterben bedroht" eingestuft wurden; im Jahr 2006 waren es noch 16 118. Als bereits ausgestorben gelten 785 Arten, und 65 weitere sind nur noch in Gefangenschaft zu finden bzw. werden in der Zucht erhalten.
Erstmals stehen in diesem Jahr die Westlichen Flachlandgorillas in der höchsten Gefährdungsstufe: Bisher galten sie als "stark gefährdet" (endangered), nun als "vom Aussterben bedroht" (critically endangered). Diese Kategorie gilt bei einer Reduk-tion der Population um 80% in 3 Generationen.
Die Expertenkommission entschied sich für die Höherstufung der Westlichen Flachlandgorillas, weil der Wildfleischhandel und Ebola-Epidemien die Bestände stark in Mitleidenschaft gezogen haben. Fachleute schätzen, dass dadurch die Zahl der Gorillas allein in den letzten 20-25 Jahren um mehr als 60% gesunken ist. In einigen Schutzgebieten fiel innerhalb von 15 Jahren ein Drittel der Tiere dem Ebola-Virus zum Opfer. Selbst wenn die Jagd, die Gefahr durch Epidemien, die Abholzung und alle anderen Bedrohungen ausgeschaltet werden könnten, würde es sehr lange dauern, bis sich der Bestand erholt hätte; im günstigsten Fall wären dies schätzungsweise 75 Jahre.


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