Gorilla-Journal 35, Dezember 2007

Die Arbeit des IGCP

Das internationale Programm zum Schutz von Gorillas IGCP (International Gorilla Conservation Programme) hat zum Ziel, gemeinsam mit den Regierungen von Ruanda, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo die Berggorillas in den Wäldern des Virungamassivs und in Bwindi zu schützen. Das IGCP arbeitet mit den für die Schutzgebiete zuständigen Behörden zusammen, dem ICCN im Kongo, dem ORTPN in Ruanda und der UWA in Uganda.
1996 wurde ein Programm zur Beobachtung der Gorillas durch die Wildhüter eingeführt (Ranger-Based Monitoring, RBM). Die Beobachtung erfolgt mit einem Standardsystem zur Datensammlung. Das Programm fördert die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Schutzgebieten; dazu gehören auch gemeinsame Patrouillen im Kampf gegen die Wilderei. Mit Hilfe des RBM-Programms wurde ermittelt, welche Ziele im Gorillaschutz am dringlichsten sind und wo die größten Bedrohungen in beiden Gebieten liegen. So lassen sich Erfolge von Aktionen bewerten und geeignete Maßnahmen zum Schutz der Gorillas treffen. Auch Schwerpunkte für zukünftige Forschungsvorhaben können so besser bestimmt werden.
Ein wesentlicher Punkt des RBM-Programms ist außerdem die Ausbildung der Wildhüter: Nutzung von GPS-Geräten und Kompassen, Kartenlesen, Navigation, Techniken zur Zählung der Tiere sowie zur Identifikation der Gorillas werden trainiert. Die gesammelten Daten müssen aber auch ausgewertet und interpretiert werden; daher lernen die Mitarbeiter den Umgang mit Computern und Auswertungssoftware.
Das RBM-Programm ist ein dynamischer Prozess - das bedeutet, dass Unterlagen wie diejenigen zur Identifizierung der Gorillas und Landkarten ständig aktualisiert werden müssen. Das Programm wird regelmäßig an die Gegebenheiten im Schutzgebiet, aber auch an technische Neuerungen bei der Datenerfassung und -auswertung angepasst.
Außerdem führt das IGCP zusammen mit anderen Organisationen Umfragen in der Bevölkerung durch, die die Bedürfnisse der Parkanwohner ermitteln. Um den Menschen zu helfen, werden Entwicklungsinitiativen wie die Gründung kleiner Unternehmen unterstützt, welche die Lebenssituation der Menschen in der Umgebung des Parks verbessern und somit den Druck auf dessen Ressourcen verringern.
Das IGCP arbeitet mit der Europäischen Weltraumorganisation und der UNESCO zusammen, um mit Satellitenbildern die Überwachung des Lebensraums der Gorillas zu verbessern. In diesen Aufnahmen können Veränderungen der Waldgebiete schneller erkannt und gegebenenfalls Maßnahmen dagegen ergriffen werden.

Augustin K. Basabose

Dr. Augustin Kanyunyi Basabose begann 1994 mit der Beobachtung der Ökologie von Gorillas und Schimpansen in Kahuzi-Biega. Seit 2006 arbeitet er beim IGCP als Vertreter der Organisation in der Demokratischen Republik Kongo und leitet das Ranger-based Monitoring Program.


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