Gorilla-Journal 35, Dezember 2007
Neues aus Cross-River
Die Wildlife Conservation Society führte im Okwangwo-Teil
des Cross-River-Nationalparks eine Studie durch, die klären sollte,
inwieweit Gorillas die Felder von Bauern zerstören und es dadurch
zu Konflikten zwischen Menschen und Gorillas kommt. Im Rahmen dieser Studie
besuchten WCS-Mitarbeiter alle Dörfer zwischen Butatong und Obudu
und hielten in der Diskussion mit den Dorfbewohnern die Zerstörungen
fest, die auf den Feldern von kleinen und großen Säugetieren
verursacht wurden.
Mit Ausnahme von Okwangwo berichteten alle Dorfgemeinschaften von Gorillabesuchen
auf ihren Feldern, vor allem während der Trockenzeit, wenn Nahrung
und Wasser im Hochland knapper werden. Die größten Schäden
richten aber, unabhängig von der Jahreszeit, kleinere Säugetiere
an. Bei den größeren Säugern verursachen Pinselohrschweine
wesentlich größere Schäden als Gorillas.
Durch das steigende Bildungsniveau der Bevölkerung und die wachsende
Sensibilität für den Gorillaschutz scheint es unwahrscheinlich,
dass die Jagd auf Gorillas in dieser Gegend wieder zunimmt. Allerdings
kämpfen die Dorfgemeinschaften immer noch mit Problemen wie fehlenden
Straßen und mangelnder medizinischer Versorgung. Die Bewohner der
beiden Enklaven Okwangwo und Okwa bewegt vor allem die Frage, ob die Dorfgemeinschaften
umgesiedelt werden oder weiter am bisherigen Ort um ihr Überleben
kämpfen sollen. Wenn diese Dörfer sich jedoch weiter ausbreiten,
besteht die Gefahr, dass der Nationalpark dadurch zerteilt wird und der
Schutz der dort lebenden Gorillas nicht mehr gesichert ist.
Die Studie wird bis Oktober 2007 fortgeführt, und die WCS-Mitarbeiter
werden Dörfer nördlich des Parks besuchen, aus denen Berichte
von Plünderungen der Felder durch Gorillas kommen; dies könnte
eventuell dazu führen, dass die Bauern in ihrem Zorn Gorillas töten,
die die Feldfrüchte fressen.
Patrik Norberg
Patrik Norberg arbeitet gerade an zwei Masters-Abschlüssen
in Schweden, einem in Ökologie, dafür hat er Feldarbeit im Cross-River-Gebiet
gemacht, und einem in Afrikanistik über Naturschutz in Westafrika.
Aus Kamerun erhielten wir ebenfalls Neuigkeiten.
Aaron Nicholas und Ymke Warren arbeiten dort intensiv daran, dass der
Schutzstatus des Kagwene-Gebiets und des Takamanda-Reservats verbessert
wird. Für die kommende Trockenzeit sind außerdem großflächige Gorilla-Bestandsaufnahmen
geplant, durch die festgestellt werden soll, wo die Cross-River-Gorillas
in Kamerun genau vorkommen.
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