Gorilla-Journal 34, Juni 2007

Neues aus Kahuzi-Biega

Im Hochlandteil des Kahuzi-Biega-Parks hat sich die Situation in den letzten 6 Monaten beruhigt. Die Parkmitarbeiter können ihren Arbeiten zum Schutz des Parks nachgehen und bei der Entwicklung der an den Park grenzenden Dörfer mithelfen.
Im Tieflandteil halten sich leider immer noch bewaffnete Banden (ruandische Hutu) auf, so dass die Aktivitäten zum Schutz der Gorillas und des Parks dort nur unter sehr schwierigen Umständen realisierbar sind.
Eine kürzlich durchgeführte Zählung der Gorillas im Hochlandteil des Parks ergab 168 Tiere. 109 Gorillas, die sich auf 9 Familien verteilen, werden regelmäßig von den Parkmitarbeitern beobachtet. Zwei der Familien sind an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt: die Mankoto- und die Chimanuka-Familie. Letztere umfasst stattliche 30 Mitglieder. Auch Mugaruka kann man besuchen, doch leider ist er im Moment allein.
Mit Unterstützung der Berggorilla & Regenwald Direkthilfe führten die Parkmitarbeiter in Ihembe im Nindja-Gebiet Aktionen zur Vertrauensbildung in der Bevölkerung durch. Seit 1996 wagten sich die Parkmitarbeiter kaum noch nach Ihembe. Das Verhältnis zwischen der Parkverwaltung und der Bevölkerung war durch die illegal im Parkgebiet angesiedelten Bauern gestört worden. Im Jahr 2005 unterstützten die Parkmitarbeiter die vom Krieg stark betroffene Bevölkerung von Nindja mit 350 Tonnen Lebensmitteln. Dies ermöglichte die Wiederaufnahme des Dialogs mit den dort lebenden Menschen. In der Folge konnten die Parkmitarbeiter die dringendsten Bedürfnisse der Bevölkerung ermitteln und Abhilfe schaffen: 6 Klassen der Grundschule in Kabona und 6 Klassen der Grundschule in Murhume wurden mit Tischen und Bänken ausgestattet, in Mudaka wurde ein Gesundheitszentrum errichtet und das Haus des Mwami für gemeinsame Treffen hergerichtet.
Diese Aktionen ermöglichten, dass die Parkmitarbeiter nun wieder ungestört ihrer Arbeit nachgehen können. Weitere finanzielle Mittel werden aber nötig sein, um die Entwicklungsmaßnahmen fortzuführen und darüber hinaus ein Komitee zur Förderung von Gemeinde-Schutzprojekten zu gründen.
Am 15. März wurde zur großen Freude der Parkmitarbeiter der vor 2 Jahren als Geisel genommene Wildhüter wieder freigelassen. Er war von einem Dissidenten der FARDC verschleppt worden. Diese bewaffnete Gruppe hat den Park inzwischen verlassen. Wenn die anderen Milizen es ihnen gleichtäten, wäre es einfacher, den Park zu schützen und der Bevölkerung mit Entwicklungsprojekten zu helfen.

Radar Birhashirwa Nishuli

Radar Birhashirwa Nishuli ist der Leiter der Umwelterziehungs-Abteilung des Kahuzi-Biega-Nationalparks. Er arbeitet seit 1985 für den Park.

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