Gorilla-Journal 32, Juni 2006
Mensch und Gorilla - Raymond CorbeyDie westliche Welt entdeckte die Gorillas etwas später als Schimpansen
und Orang-Utans, die Europa seit dem 17. Jahrhundert über Handelsschiffe
erreichten. Das Bild, das die Menschen damals von Gorillas hatten, war
sehr negativ: Lüstern, brutal und aggressiv sollten diese Menschenaffen
sein. Dieses Bild entsprach dem Caliban in Shakespeares Der Sturm.
Caliban ist ein Wilder einer tropischen Insel, auf der Europäer stranden;
er begehrt die junge Miranda. Das Thema "die Schöne und das
wilde Tier" wird auch in dem King-Kong-Film von 1933 und im
Remake von 2005 aufgegriffen. Im neuen Film ist die Natur des affenähnlichen
Monsters jedoch komplexer: King Kong hat auch positive Seiten und der
Regisseur spricht die Ausbeutung von Affen durch den Menschen an. King
Kong ähnelt hier mehr der positiven Beschreibung des Schimpansen
in Peter Høegs Erzählung Die Frau und der Affe. Raymond Corbey Weitere Beiträge zum Thema: Prof. Dr. Raymond Corbey ist Philosoph und Anthropologe an der Fakultät für Philosophie der Tilburg-Universität und der Fakultät für Archäologie der Universität Leiden.
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