Gorilla-Journal 31, Dezember 2005

Tod durch Erkältungen?

Im Juli ging eine Meldung durch die Presse, nach der Erkältungskrankheiten die zweithäufigste Todesursache für Berggorillas sind. Diese Meldung beruhte auf einem Artikel der Zeitschrift New Scientist, der wiederum die Zusammenfassung eines Vortrags des MGVP zitierte. Bei 100 Berggorilla-Autopsien seit 1968 hatten die Tierärzte Gewalteinwirkung (z. B. Wilderei und Kindstötung) als häufigste Todesursache festgestellt (40 Fälle) und in 24 Fällen waren es Virusinfektionen der Atemwege. Diese stammten, wie der New Scientist berichtete, von Menschen; der Gorillatourismus sei daher eine Gefahr für die Tiere.
Das MGVP stellte daraufhin klar, dass in der Studie nicht alle Todesfälle untersucht worden waren, sondern nur eine Auswahl. Folglich lieferte sie keine zuverlässigen Zahlen für die Häufigkeit bestimmter Todesursachen. Außerdem ist keineswegs nachgewiesen, dass die gefährlichen Viren von Touristen auf die Gorillas übertragen worden waren, wie im New Scientist angedeutet. Wenn die Besucher alle Vorschriften einhalten - einschließlich einer Entfernung von mindestens 7 m zu den Gorillas - ist es wenig wahrscheinlich, dass von ihnen Krankheiten übertragen werden.

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