Gorilla-Journal 31, Dezember 2005

Schutz der Cross-River-Gorillas in Kamerun

Cross-River-Gorillas (Gorilla gorilla diehli) leben im Grenzgebiet von Kamerun und Nigeria. In Nigeria stehen zwei der drei Gebiete, in denen diese Menschenaffen vorkommen, unter Schutz, aber der Lebensraum der Gorillas in Kamerun ist stark gefährdet: Die Schutzgebiete Takamanda und Mone River sind nur Waldreservate; die Wälder von Mbulu-Njikwa und Bechati-Fossimondi-Besali, in denen ebenfalls Gorillas leben, sind gar nicht geschützt. Wenn der Schutzstatus nicht erhöht wird, kann es passieren, dass die Waldgebiete zum Holzeinschlag freigegeben werden; der Lebensraum der Gorillas würde dadurch zerstört.
Bei einem internationalen Cross-River-Gorilla-Workshop 2003 appellierten Fachleute an die Regierungen von Kamerun und Nigeria, den Schutzstatus der Gebiete, in denen die Tiere leben, zu verbessern. Jetzt zeichnen sich erste Erfolge ab: Im Juli 2004 machte die Regierung von Kamerun ihre Pläne bekannt, das Takamanda-Waldreservat zum Nationalpark mit 676 km² Fläche zu erklären. Im Januar 2005 wurde der offizielle Antrag gestellt, 18,8 km² in den Kagwene-Bergen im östlichen Teil des Mbulu-Walds als Gorilla-Schutzgebiet auszuweisen.
WCS erkannte bereits 2001 die Bedeutung des Kagwene-Gebiets für den Schutz der Cross-River-Gorillas und schickte Mitarbeiter in die Kagwene-Berge, um die Gorillas zu beobachten. Die Ergebnisse ihrer Studie trugen nun dazu bei, dass das Gebiet und die dort lebenden Gorillas in Zukunft besser geschützt werden können.
Wenn der Takamanda-Wald zum Nationalpark und die Kagwene-Berge zum Gorilla-Schutzgebiet werden, sind das wichtige Schritte zur Erhaltung der Cross-River-Gorillas in Kamerun. Allerdings befindet sich das Takamanda-Gebiet am westlichen Ende und die Kagwene-Berge im östlichen Teil ihres Verbreitungsgebiets. Dazwischen gibt es mindestens drei weitere Gebiete wie den Mbulu-Wald und das Mone-River-Waldreservat, in denen Gorillas vorkommen. Um die Cross-River-Gorillas wirksam vor dem Aussterben zu bewahren, muss ein Netzwerk aus geschützten Gebieten entstehen, damit die einzelnen Populationen in Verbindung bleiben können.
Die Vorschläge für weitere Schutzgebiete müssen dabei aber auch die Bedürfnisse der dort lebenden Menschen berücksichtigen, besonders im Bereich des Mbulu-Walds, in dem einige Dörfer liegen.

  Karte: D. Slayback

Jacqueline L. Sunderland-Groves

Jacqueline L. Sunderland-Groves begann 1997 ihre erste Studie über die Gorillas des Takamanda-Reservats. Seit 2000 untersucht sie die Cross-River-Gorillas in anderen Gebieten.


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