Gorilla-Journal 30, Juni 2005
Tödliche Viren
Ebola. Im Mai bestätigte die WHO, dass 9 Menschen bei einem
neuen Ebola-Ausbruch seit Ende April in der Republik Kongo gestorben sind.
Betroffen waren vor allem die Orte Etoumbi und Mbomo, die südlich
des Odzala-Nationalparks liegen. Man nimmt an, dass die Menschen den Virus
beim Verzehr von Affen aufgenommen haben.
Bereits von 2001 bis 2003 starb eine große Zahl von Gorillas und
Schimpansen in Nordgabun und Westkongo an Ebola, besonders im Lossi-Gorillareservat.
Fachleute fürchteten damals, dass sich die Krankheit weiter ausbreiten
könnte. Genau das ist jetzt geschehen: Auch das Odzala-Reservat war
im März 2005 betroffen und viele Gorillas starben an Ebola. Nun fürchtet
man, dass in den nächsten paar Jahren alle großen Populationen
westlicher Gorillas dezimiert werden könnten. Der Ebola-Experte Peter
Walsh schätzt, dass in den letzten 10 Jahren 20-35% der Westlichen
Gorillas an Ebola gestorben sind. Im Minkebe-Nationalpark in Nordgabun
fielen der Krankheit Mitte der 90er-Jahre wahrscheinlich mehr als 90%
der Gorillas zum Opfer.
Fachleute diskutieren schon lange über Maßnahmen, die die weitere
Ausbreitung von Ebola aufhalten könnten. Große Hoffnung setzen
sie auf eine Impfung - die bei Affen erfolgreich war, aber noch nicht
an Menschenaffen und Menschen getestet wurde. Außerdem schlagen
sie z. B. vor, Baumstämme zu entfernen, die über Flüsse
führen und über die sich infizierte Menschenaffen ausbreiten
könnten.
Zusammenfassung mehrerer Artikel verschiedener Autoren
Milzbrand. Mindestens 2 Gorillas und 2 Schimpansen starben Ende
2004 nördlich des Dja-Reservats, Kamerun, an Milzbrand. Damit wurde
zum ersten Mal bekannt, dass Gorillas an Milzbrand sterben können.
Bei Schimpansen sind allerdings schon vorher Todesfälle bekannt geworden:
2001-2002 starben im Taï-Nationalpark in der Elfenbeinküste
nachweislich mindestens 6 Schimpansen an dieser Krankheit, die auch unter
dem Namen Anthrax bekannt ist.
zu den
Schutzgebieten und unseren Artikeln
Homepage
|