Gorilla-Journal 30, Juni 2005
Cross-River-Gorillas in Nigeria
Gorillas leben in Nigeria im Afi Mountain Wildlife Sanctuary, in den
Mbe-Bergen und im Cross-River-Nationalpark. Ihre Gesamtzahl wird auf 90-110
Tiere geschätzt; sie werden seit 2001 in einem Programm von WCS und
NCF erforscht.
Am Berg Afi werden die Gorillas alle 3 Monate gezählt. Im März
2005 zählten 5 Teams in 7 Tagen insgesamt 22 Nester. Dies weist darauf
hin, dass im südlichen Bereich des Schutzgebiets eine Gruppe mit
mindestens 23 Gorillas lebt und vielleicht eine weitere kleine Gruppe
mit 4 Tieren.
Obwohl der Afi-Berg geschützt ist, sind die Gorillas durch Wilderei
und den Verlust ihres Lebensraums bedroht. Es gibt Pläne, die Afi-Gorillas
an Menschen zu gewöhnen und Gorillatourismus einzuführen. Zunächst
wird aber eine Studie über die Risiken der Habituierung einer so
kleinen Gorilla-Population unter der Leitung von FFI durchgeführt.
Die Mbe-Berge sind Gemeindeland und nicht geschützt. Ein kleines
Team von WCS-Mitarbeitern zählte 2 Gorillagruppen, eine mit mindestens
7 und eine mit mindestens 5 Tieren. In einem anderen Gebiet der Mbe-Berge
wurden Nester von 11 und 2 Gorillas gefunden. Dies spricht für eine
Gesamtpopulation von mindestens 25 Tieren. Seit 2005 versuchen Eco-Guards
diese Gorillas vor Wilderei zu schützen und Daten über die Tiere
zu sammeln.
Die Mbe-Berge sind stark durch Abholzung, Feuer, Bodenerosion und landwirtschaftliche
Nutzung bedroht. Auch besteht derzeit keine Verbindung zu den Gebieten
des Afi Mountain Wildlife Sanctuary und des Cross-River-Nationalparks.
Möglichkeiten für einen Waldkorridor zwischen den Mbe-Bergen
und dem Afi-Schutzgebiet werden nun untersucht.
Seit 2004 fanden im Cross-River-Nationalpark 2 Gorillazählungen im
Gebiet des Boshi-Walds statt. Dabei wurden 12 Gorillas nachgewiesen. Ein
Besuch der schlecht zugänglichen Okwa-Berge im April 2005 wies auf
eine Gruppe mit 16 Nestern hin.
Leider wird die Waldverbindung zwischen dem Boshi-Gebiet und den Okwa-Bergen
durch zunehmende landwirtschaftliche Nutzung immer weiter zerstört
und die Gorillapopulationen dadurch voneinander getrennt. 10 Wildhüter,
die in Anape am Rand des Boshi-Walds stationiert sind, führen Patrouillen
gegen Wilderei durch.
Die Wildhüter im Cross-River-Nationalpark bekamen 2005 von der Berggorilla
& Regenwald Direkthilfe Ausrüstung für ihre Feldarbeit
und der Zoo von Kolmården in Schweden finanzierte den Bau eines
Wildhüterpostens in Anape.
Andrew Dunn
Andrew Dunn ist seit 2004 Projektmanager des WCS-Biodiversitäts-Forschungsprogramms
in Südostnigeria. Seit 1989 arbeitet er in Forschungs- und Naturschutzprogrammen
in Afrika, seit 1995 in Nigeria.
zur Cross-River-Übersicht
Homepage |