Gorilla-Journal 30, Juni 2005

Neues aus Itombwe

Das Itombwe-Massiv in der Demokratischen Republik Kongo umfasst insgesamt etwa 12 000 km² mit einer einzigartigen Landschaft aus Wäldern, Bambus, Moorheide und Savannenwald in einer Höhe von 1500 bis 3500 m. 1996 wurden 10 Gorillapopulationen in diesem Gebiet nachgewiesen. Besonders gut erhalten ist diese Landschaft in einem 6500 km² großen Gebiet, das zur Itombwe Massif Conservation Landscape erklärt wurde.
1998 folgten erste Bemühungen, Schutzzonen für die gefährdeten Gorillas einzurichten. Die lokalen Chefs waren bereit, mit WCS zusammenzuarbeiten, um die Jagd auf Gorillas und die Abholzung des Walds in diesem Gebiet zu verhindern.
Durch den Beginn des Bürgerkriegs mussten je-doch alle Schutzprojekte im Itombwe-Massiv gestoppt werden. Erst 2002 konnten Teams von FFI, IGCP und WCS in das Gebiet zurückkehren. Bei einer ersten Expedition, vor allem im zentralen Gebiet (Elila-Teil), traf sich der Teamleiter Yuma M‘keyo mit den lokalen Chefs von 6 Gemeindeverwaltungen. Sie bestimmten 50 Waldgebiete, die geschützt werden sollen, und erklärten sich bereit, mit dem ICCN zusammenzuarbeiten. 2003 konnte Denis Baliwa, Koordinator einer lokalen Naturschutzorganisation, 2 weitere Gemeinden zur Zusammenarbeit gewinnen.
Einige Gebiete im Itombwe-Massiv sind bisher kaum erforscht. Auch existieren keine genauen Karten. Zwischen 2003 und April 2005 leitete Leonard Mubalama vom WCS eine Reihe von Expeditionen, die das Vorkommen von Menschenaffen dort bestätigten. Dabei wurden 11 Schutzzonen der Gemeinden festgelegt.
Das ICCN gründete 2005 eine Arbeitsgruppe für Itombwe, die sich im April in Bukavu zum ersten Mal traf. Dieses Team will Karten des Gebiets erstellen und Schutzprojekte mit den Gemeinden des Itombwe-Massivs koordinieren. Die Bedrohung des Itombwe-Gebiets und seiner Menschenaffen durch Jagd und Abholzung der Wälder hat durch den Krieg zugenommen. Schutzprojekte auf Gemeindeebene können helfen, dieses einzigartige Gebiet zu erhalten.

John Hart und Leonard Mubalama

Dr. John Hart leitet das Forschungs-programm von WCS in der Demokra-tischen Republik Kongo. Er hat mehr als 30 Jahre Erfahrung mit Feldforschung und Naturschutz in diesem Land, u. a. mit den Gorilla-Bestandsaufnahmen in Kahuzi-Biega und Itombwe seit 1994.

Leonard Mubalama koordiniert seit 2002 das Itombwe-Programm von WCS und hat die Bestandsaufnahmen dort in den Jahren 2003 und 2005 geleitet. Außerdem betreut er die Datenbank von ICCN (SYGIAP) in Bukavu. Seit 1994 gehört er zum WCS-Programm im Kongo..

zur Itombwe-Übersicht

Homepage