Gorilla-Journal 28, Juni 2004
20 Jahre Berggorilla & Regenwald Direkhilfe
Im Jahr 1983 durchquerte Paul-Hermann Bürgel - ein großer
Tierfreund - in seinem Urlaub Afrika von Norden nach Süden. In Ruanda
traf er einen Mitarbeiter von Dian Fossey, der ihm von Problemen mit dem
Gorillaschutz erzählte. Damals war der Schutz der Berggorillas noch
nicht gesichert und nur wenige Organisationen setzten sich für die
Tiere ein. P.-H. Bürgel versprach, Hilfe zu bringen, wenn er wieder
in Deutschland sei.
Dabei stieß er auf Probleme. Bernhard Grzimek hörte zwar zu,
erzählte aber auch, wo seine Organisation, die Zoologische Gesellschaft
Frankfurt, schon überall eigene Projekte hätte. Daraufhin
beschloss P.-H. Bürgel, selbst aktiv zu werden. Er war ein Gegner
des typischen "Vereins" und wollte nur eine Initiative gründen.
So war aber in Deutschland kein Geld und keine Unterstützung zu bekommen.
Also musste nun doch ein Verein gegründet werden. P.-H. Bürgel
sprach Freunde an und diese Freunde hatten wieder Freunde. Schließlich
trafen sich am 2. Juni 1984 7 Leute in Voerde am Niederrhein im Wohnzimmer
von Hartmut Golomb zur Gründungsversammlung der Berggorilla Patenschaft.
Dabei waren P.-H. Bürgel, Manfred Hartwig, Rolf Brunner, Hartmut
Golomb, Gabriela Ernst, Adelheid Kuningas und Claudia Wallraven. Der Sitz
des Vereins war das Schloss in Burgpreppach (Oberfranken), in dem P.-H.
Bürgel einen Flügel bewohnte. Er wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt.
Nun begann der lange Weg durch die Institutionen: Notar, Bankkonten anlegen
usw.
In Ruanda knüpften wir Kontakte zum WWF Belgien und zum Mountain
Gorilla Project/Projet Gorille de Montagne. Es entstanden auch ersten
Kontakte zur GTZ, die im Kahuzi-Biega-Nationalpark arbeitete.
Wir versuchten, die Berggorillas und ihre Bedrohung in Deutschland bekannter
zu machen. Wir sammelten und kauften bei Militariahändlern die ersten
gebrauchten Ausrüstungsgegenstände und fuhren sie selbst nach
Brüssel zum dortigen WWF. Alles fand noch in sehr kleinem Rahmen
statt.
Nachdem P.-H. Bürgel sich aus dem Verein zurückgezogen hatte,
wurde der Sitz nach Mülheim verlegt und der Name in Berggorilla
& Regenwald Direkthilfe geändert. Der Grund war die internationalen
Tätigkeit des Vereins; "Patenschaft" ist schlecht ins Englische
und Französische zu übersetzen. Außerdem sollte im Namen
dargestellt werden, dass die Gorillas ohne ihre Wälder nicht überleben
können und dass wir ohne einen großen Verwaltungsapparat helfen.
Rolf Brunner
Rolf Brunner, 57 Jahre alt, ist das letzte Gründungsmitglied
in der "Vorstandsetage". Er war von Anfang an für die Finanzen
verantwortlich, anfangs noch per Hand, mittlerweile mit einem PC-Programm.
Als Buchhalter leitet er das Rechnungswesen in einem mittelständischen
Unternehmen.
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