Gorilla-Journal 28, Juni 2004

Conservation Through Public Health

Artenschutz und Gesundheit – das ist das Ziel der ugandischen Organisation Conservation Through Public Health (CTPH), die im Dezember 2002 ins Leben gerufen wurde. CTPH hat das Ziel, die Gesundheit der Bevölkerung und der Nutztiere in der Umgebung von Schutzgebieten zu verbessern und damit die Übertragung von Krankheiten auf die Tiere in den Parks zu verhindern.
Als Tierärztin für UWA behandelte ich 1996 die erste Krätze-Infektion bei den Berggorillas der Katendegyere-Gruppe. Drei Tiere erhielten ein Medikament, aber für ein Baby kam die Hilfe zu spät. Es hatte bereits über 75% seiner Haare verloren, war stark abgemagert und starb einen Tag nach der Behandlung.
Krätze ist eine Krankheit der armen Bevölkerung Ugandas. Mangelnde Hygiene, beengte Wohnverhältnisse, schlechter Zugang zu Wasser und damit wenig Möglichkeiten, Kleidung zu waschen, begünstigen die Ausbreitung. Gorillas besuchen regelmäßig die Felder und Gärten der Menschen, die in der Umgebung des Bwindi-Impenetrable-Nationalparks leben. Dabei können sich die neugierigen Tiere mit verschiedenen Krankheiten infizieren; vermutlich haben sie so auch die Krätze bekommen.
Im Jahr 2000 organisierten wir einen ersten Gesundheitsworkshop für die Bevölkerung im Umfeld des Bwindi-Parks. Viele Menschen hatten dort nicht einmal Zugang zu Toiletten und beseitigten ihre Abfälle nicht richtig. Sie waren sehr aufgeschlossen und interessiert und machten viele Vorschläge, wie ihre Gesundheit und Hygiene verbessert werden könnten. Die Gemeinden, die vom Gorillatourismus profitieren, erkannten die Notwendigkeit, die Gorillas vor der Ansteckung durch Menschen zu schützen und sich so eine wichtige Einkommensquelle zu erhalten.
Aus diesem Workshop entstand die Idee, eine Organisation zu gründen, die die Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung mit dem Schutz der Gorillas verbindet. Im September 2003 veranstaltete ich mit meinem Mann Lawrence Zikusoka und mit Steven Rubanga einen Strategie-Workshop zur Gründung von CTPH in Ruhija. Gemeinsam erarbeiteten Regierungsvertreter, verschiedene Organisationen, Unternehmen wie z. B. Reiseveranstalter, Mitarbeiter von Universitäten und Schulen ein Programm für die nächsten Jahre. Dazu gehören Aufklärungskampagnen, bessere medizinische Versorgung (einschließlich Schutz vor Tuberkulose) sowie medizinische Kontrollen von Nutz- und Wildtieren. Wir arbeiten dabei mit verschiedenen Stellen zusammen und haben inzwischen ein Büro in Kampala. Was uns noch fehlt, sind die finanziellen Mittel für die Durchführung der geplanten Maßnahmen.

Gladys Kalema-Zikusoka

Dr. Gladys Kalema-Zikusoka ist Tierärztin. Sie arbeitete von 1996-2000 für UWA, u. a. mit den Berggorillas. Danach machte sie eine Spezialausbildung in den USA und forschte im Queen-Elizabeth- und im Bwindi-Impenetrable-Nationalpark. Sie ist die Begründerin von Conservation Through Public Health.
 

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