Gorilla-Journal 27, Dezember 2003
Sarambwe-Gorilla-Spezialreservat
Seit dem 21. Juni 2003 ist der Sarambwe-Wald offiziell ein Spezialreservat
für Gorillas. Damit hat sich sein Schutzstatus deutlich verbessert.
Das neue Schutzgebiet umfasst 900 ha. Es reicht im Nordwesten von der
Station Sarambwe bis zum Gipfel des Mt. Sarambwe und von dort nach Osten
bis zur Staatsgrenze der Demokratischen Republik Kongo mit Uganda. Die
Grenzen des Schutzgebiets laufen entlang der Staatsgrenze bis zur Quelle
des Ivi-Flusses, dann bis zur Quelle des Kanyabusinini-Flusses im Westen
und entlang dem Rukubira-Wald wieder zur Station Sarambwe. Das Reservat
schließt sich damit auf kongolesischer Seite an den Bwindi-Impenetrable-Nationalpark
an.
Das Spezialschutzgebiet wurde geschaffen, um die biologische Vielfalt
des Sarambwe-Walds zu schützen und die vom Aussterben bedrohten Gorillas
und ihren Lebensraum zu retten. Da das Gebiet auch die Quellen wichtiger
Flüsse umfasst, sichert es außerdem die Trinkwasserversorgung
der Bevölkerung dieser Region. Ziel des neu geschaffenen Schutzgebiets
ist es, den Schutz der natürlichen Ressourcen in Sarambwe mit einer
nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung für die lokale Bevölkerung
zu verbinden.
Schon vor der Erklärung zum Spezialschutzgebiet hat die Grenzmarkierung
des Sarambwe-Gebiets angefangen und sie macht weiter Fortschritte.
Im April 2003 trafen sich Vertreter des ICCN, einer lokalen Vereinigung
namens RECOGOSA (Réserve Communautaire de Sarambwe) und ein Teil
der Bevölkerung von Rutshuru mit dem Konservator des Rutshuru-Jagdgebiets
und dem traditionellen Chef, dem Mwami, um das Vorgehen bei den Grenzmarkierungen
zu besprechen.
Zunächst wurde die lokale Bevölkerung über die Wichtigkeit
dieser Arbeiten und die Bedeutung des Sarambwe-Schutzgebiets aufgeklärt.
Anschließend arbeiteten insgesamt 138 Personen aus allen Schichten
der Bevölkerung daran, eine 9000 m lange und
5 m breite Schneise entlang der Gebietsgrenze zu schaffen. Dort pflanzten
sie 2200 Stecklinge des schnellwüchsigen Korallenbaums (Erythrina)
und markierten so den Grenzverlauf.
Drei Monate später wurde in einer zweiten Phase die Schneise erneut
von Pflanzen befreit, damit die Bäume unbehindert wachsen können.
Dabei stellten die Mitarbeiter des Projekts auch Hinweisschilder auf und
pflanzten zusätzlich Cordia-Bäume, die langlebiger sind
und die Schutzgebietsgrenzen dauerhaft kennzeichnen sollen.
Claude Sikubwabo Kiyengo
Claude Sikubwabo Kiyengo untersuchte Gorillas
im Maiko- und im Kahuzi-Biega-Park. Ab 1995 arbeitete er als Forschungs-Attaché
für die Nationalparkbehörde IZCN/ICCN (Institut Congolais
pour la Conservation de la Nature) in Goma, danach für das Peace
Parks Project, ebenfalls in Goma, für die IUCN und heute wieder
für das ICCN.
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