Gorilla-Journal 26, Juni 2003
Ein Opfer der Konflikte
Ein Gorillababy wurde von einem Dorfbewohner in Bukonde im Südteil
des Tayna-Gorillareservats gefangen. Nach seiner Festnahme durch Mitarbeiter
des Reservats berichtete er, dass 8 Gorillas sein Bananenfeld zerstört
hätten. Er habe daraufhin versucht, die Tiere durch Lärm zu
vertreiben. Bei der Flucht habe eine Gorillamutter ihr Baby zurückgelassen.
Der Bauer nahm das Gorillababy an sich und wollte es in Butembo verkaufen,
wo er aber von Wildhütern verhaftet wurde. Diese halten es für
sehr unwahrscheinlich, dass eine Gorillamutter ihr Baby zurücklässt
und vermuten, dass die Mutter und andere Mitglieder der Gruppe getötet
wurden. Das Jungtier befindet sich nun in der Pflege von Mitarbeitern
des Tayna-Reservats und ist bei guter Gesundheit.
Das Tayna-Gorillareservat bemüht sich seit 1998, die Bevölkerung
aufzuklären, und kämpft gegen Wilderei und den Handel mit Wildtieren.
Die Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit nutzten den Vorfall,
um eine Kampagne zur Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung
zu starten. Sie wollen eine Zählung aller illegal in Haushalten in
Goma gehaltenen Wildtiere durchführen und versuchen, die Tiere wieder
in ihre natürliche Umgebung einzugliedern. Dazu fehlt es zurzeit
jedoch noch an finanziellen Mitteln und Material. Auch das konkrete Vorgehen
bei der Wiedereingliederung der Tiere muss noch geplant werden, um z.
B. die Übertragung von Krankheiten auf die freilebenden Affen zu
verhindern.
Pierre Kakule Vwirasihikya
Pierre Kakule Vwirasihikya wurde 1982 Wildhüter
im Virunga-Nationalpark. Seit 1998 ist er Koordinator des Tayna-Gorillareservats
und seit 2002 zusätzlich geschäftsführender Sekretär
von UGADEC.
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