Gorilla-Journal 26, Juni 2003
Ebola bedroht Gorillas
Das Ebola-Virus und die Wilderei zerstören bislang sicher geglaubte
Gorilla- und Schimpansen-Bestände in alarmierender Geschwindigkeit,
berichtete jetzt ein internationales Forscherteam nach Feldstudien in
Gabun und der Republik Kongo (Nature 422, 611-614). Dort reduzierten
sich die Populationen von 1983 bis 2000 um 56%. In den dicht bewaldeten,
relativ intakten Lebensräumen der beiden Länder leben schätzungsweise
80% der Gorillas und die meisten Schimpansen.
Ebola hat in den letzten Monaten im Kongo über 100 Menschen getötet.
Man nimmt an, dass auch Tausende, vielleicht Zehntausende Menschenaffen
dieser tödlichen Krankheit zum Opfer gefallen sind. Im kongolesischen
Lossi-Reservat hat das Virus unter den Gorillas ein erschreckendes Massensterben
ausgelöst; nun hat es bereits die Grenzen des Odzala-Nationalparks
erreicht. Im Minkébé-Wald in Nordgabun ist die Anzahl der
Menschenaffen in den letzten 10 Jahren sogar um 99% gesunken; als Hauptgrund
gilt Ebola. Der amerikanische Biologe Peter Walsh schätzt, dass ihre
Zahl in den nächsten 30 Jahren um 80% sinken könnte. Sie würden
dann nur noch in kleinen Restpopulationen leben und wären vom Aussterben
bedroht.

Näheres über Ebola
Neues über tödliche Viren (Juni 2005)
Weitere Information zu Ebola bei Menschenaffen von
Peter Walsh
und ECOFAC
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