Gorilla-Journal 26, Juni 2003
Neues von der Bushmeat-Kampagne
Wieder einmal erschütternde Nachrichten: In der Republik Kongo
und in Gabun starben zahllose Gorillas an Ebola.
Wichtige Forschungsgruppen sind für immer ausgelöscht. Und plötzlich
nehmen die Menschen wahr, dass es Alternativen zu Wildfleisch gibt und
stellen aus Angst vor dem Virus ihre Ernährung auf Fisch, Huhn oder
Rind um.
Erfreuliche Nachrichten aus Kamerun: Offiziell wurde erklärt, dass
Verkäufer von Fleisch geschützter Tiere zukünftig eine
mehrjährige Gefängnisstrafe und Geldbußen bis zu 16 000
US-$ zu erwarten hätten. Hoffen wir, dass dies nicht nur medienwirksame
Worte bleiben, sondern dass auch Taten folgen. Kamerun ist einer der größten
Bushmeat-Verbraucher.
Die Bushmeat-Arbeitsgruppe der europäischen Zoos ist weiterhin aktiv.
Allerdings mahlen die Mühlen der Bürokratie im Europäischen
Parlament sehr langsam. Die Petition mit über 2 Millionen Unterschriften,
die die EAZA im November 2001 übergab, hat nun das Petitionskomitee
dazu bewogen, dem Parlament einen offiziellen Untersuchungsreport zur
Bushmeat-Problematik vorzulegen, der dann in einer Plenarsitzung frühestens
Ende 2003 diskutiert werden soll. Herauskommen soll dabei zumindest ein
offizielles Positionspapier, welches die Rahmenbedingungen für weitere
EU-Aktionen darstellen kann. Möglicherweise werden auch Finanzbudgets
speziell für dieses Thema bereitgestellt. Diese Aktion war auf nationaler
Ebene schon in England sehr erfolgreich und soll auch in anderen europäischen
Ländern in ähnlicher Weise durchgeführt werden. Dazu bedarf
es aber einer bezahlten Person, die die Lobbyarbeit gezielt vorantreibt.
Diese soll nach Bereitstellung der Finanzmittel durch die europäischen
Zoos und einer Partnerschaftsinitiative mit engagierten Organisationen
(Europäische Bushmeat-Kampagne) in England installiert
werden.
Iris Weiche
Iris Weiche war von Mai 1997 bis März 2002
im Vorstand der Berggorilla & Regenwald Direkthilfe. Die Biologin
und Geografin arbeitet seit 1990 mit Affen, seit 1994 vor allem über
das Verhalten von Gorillas in Zoos.
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