Gorilla-Journal 25, Dezember 2002
Gemeinsame SacheDass Naturschutz nicht vor Ländergrenzen Halt machen darf, soll
ein neues Projekt zeigen: das Drei-Länder-Projekt am Sangha. Die
drei Schutzgebiete Lobéké in Kamerun, Dzanga-Ndoki in der
Zentralafrikanischen Republik und Nouabalé-Ndoki in der Republik
Kongo sollen zu einem großen, länderübergreifenden Schutzgebiet
werden. Geplant ist eine streng geschützte Kernzone von etwa 7750
km², umgeben von einer etwa 21 000 km² großen Pufferzone,
in der eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen erlaubt sein wird. Eine
Vereinbarung wurde von den verantwortlichen Ministern der drei Länder
im Dezember 2000 unterzeichnet.
Die Konzessionen von Holzfirmen in der Umgebung der drei Nationalparks
umfassen mehr als 35 000 km² Wald. Die größte Konzession
besitzt CIB (Congolaise Industrielle du Bois) mit 12 000 km².
Neben der Zerstörung des Primärwalds ist die Hauptgefahr, die
von der Holzwirtschaft ausgeht, dass bisher unzugängliche Waldgebiete
für die Wilderei geöffnet werden. Das Transportnetz der Firmen
ermöglicht den Wilderern die Versorgung mit Waffen, Fallen und Lebensmitteln
und den Abtransport des Wildfleischs. Mehr als 70 % der Bevölkerung
in Städten mit Holzhandel profitieren von der Jagd und dem Verkauf
von Wildfleisch. Die Einnahmen aus dem Wildfleischhandel sind um ein Vielfaches
höher als beispielsweise das Einkommen eines Staatsbeamten. Leonard Usongo |