Gorilla-Journal 24, Juni 2002
Waisenstation in Lwiro
Die unsichere Situation im Osten der Demokratischen Republik Kongo seit
dem Kriegsausbruch kostete vielen Gorillas im Bergwald-Teil des Kahuzi-Biega-Nationalparks
das Leben. Die letzte Zählung im Jahr 2000 ergab, dass Wilderer etwa
die Hälfte der Gorillapopulation getötet hatten. Nur etwa 130
überlebende Tiere wurden gezählt.
In Bukavu halten Wilderer illegal zahlreiche Gorilla- und Schimpansenbabys,
zum Verkauf oder als Spielzeug für ihre Kinder. Die Parkverwaltung
hat in Zusammenarbeit mit unserem Institut eine Kampagne zur Rettung der
Menschenaffenbabys gestartet. Die illegal gehaltenen Jungtiere werden
konfisziert und in ein neu gegründetes Waisenhaus in Lwiro gebracht.
Dort befinden sich bereits drei Schimpansenbabys. Ein Gorillababy, das
in sehr schlechtem Zustand gefunden wurde, starb schließlich
trotz intensiver Bemühungen des Teams.
Ziel des Waisenprojekts ist es, die Jungtiere so lange zu versorgen, bis
sie alt genug sind, ohne Hilfe zu überleben. Dann sollen die Affen
wieder im Park ausgewildert werden.
Das Waisenhaus hat bereits eine kleine Unterstützung der GTZ erhalten,
die die Kosten für Arznei, Futter und Versorgung der Tiere deckt.
Die Summe reicht aber nicht aus, um das Projekt auf Dauer zu finanzieren.
Daher benötigt das Waisenhaus für Menschenaffen dringend finanzielle
Hilfe, damit es weitergeführt werden kann.
Augustin Kanyunyi Basabose

Update: Die Station wird inzwischen von der Organisation
AWARE geleitet und die katastrophalen Verhältnisse bessern sich immer
mehr. Neuigkeiten dazu im Blog
der Stations-Mitarbeiter
Dr. Augustin Kanyunyi Basabose begann 1994 mit
der Beobachtung der Ökologie von Gorillas und Schimpansen in Kahuzi-Biega.
Seit 2006 arbeitet er beim IGCP als Vertreter der Organisation in der
Demokratischen Republik Kongo und leitet das Ranger-based Monitoring Program.
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