Gorilla-Journal 24, Juni 2002
Neues von der Bushmeat-Kampagne
Die Bushmeat-Kampagne des Europäischen Zooverbandes EAZA ist nun
vor allem auf der politischen Ebene aktiv. Fast 2 Millionen Unterschriften
wurden nach der großen Übergabe in Brüssel im November
2001 noch einmal gesondert dem Petitions-Komitee der EU präsentiert.
Eine Reaktion wird im Juni erwartet. Erfolge konnten in Großbritannien
verbucht werden, denn dort stellte die Regierung Finanzmittel zur Bekämpfung
der Bushmeat-Krise zur Verfügung. Verstärkte Kontrollen auf
dem Londoner Flughafen zeigten, dass z. B. aus Ghana häufig Bushmeat
in größeren Mengen eingeschmuggelt wird. Aus Zürich wurde
im vergangenen Winter ein beschlagnahmter geräucherter Quastenstachler
zur Bestimmung dem Stuttgarter Zoo übergeben (rechts).
Der Zooverband will auch weiterhin verstärkt mit anderen Bushmeat-Initiativen
zusammenarbeiten, wie GRASP (Ian Redmond ist hier ein Verbindungsglied)
und der amerikanischen Bushmeat Crisis Task Force. Viel Lobbyarbeit
wird geleistet durch den Kooperationspartner IFAW, der auch Repräsentanten
zu verschiedenen Umweltkongressen entsandte, wie dem Biodiversitäts-Kongress
in Den Haag im April.
Gespräche mit afrikanischen Entscheidungsträgern laufen im Moment
nur inoffiziell; offizielle Aktionen werden bislang für den Weltgipfel
für nachhaltige Entwicklung (Rio +10) im August geplant. Dieses Forum
wird von allen Staaten intensiv vorbereitet und hinsichtlich der Bushmeat-Kampagne
gibt es viele Punkte, wie Gesundheit und Nachhaltigkeit, die auf europäischer
und möglichst auch amerikanischer Ebene abgestimmt werden sollen.
Verstärkt sollen weiter auch die politischen Vertreter der europäischen
Nationen und die Botschaften der afrikanischen Länder über die
Bushmeat-Problematik informiert werden.
Die Spendensammlung, welche nur einen kleinen Teil der Kampagne ausmachte,
erbrachte insgesamt etwa 70 000 Euro, von denen 40 000 für ausgewiesene
Projekte bestimmt wurden. Das restliche Geld wird zur Deckung der Projektkosten
von Jef Dupain in Kamerun zur Verfügung gestellt und der übrigbleibende
Betrag vermutlich aufgeteilt zwischen der PASA und der Berggorilla
& Regenwald Direkthilfe. Für das Geld aus den Spendensammlungen
und der EAZA-Kampagne erhält der Kahuzi-Biega-Nationalpark dringend
benötigtes Material.
Iris Weiche
Die Ausstellung
kann kostenpflichtig ausgeliehen werden (weiche@berggorilla.de;
Fax 07071-31805)
Dr. Iris Weiche war von Mai 1997 bis März
2002 im Vorstand der Berggorilla & Regenwald Direkthilfe. Die Biologin
und Geografin arbeitet seit 1990 mit Affen, seit 1994 vor allem über
das Verhalten von Gorillas in Zoos.
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