Gorilla-Journal 24, Juni 2002
Handel mit Menschenaffen im Umfeld von Kahuzi-Biega?
Der Handel mit Wildfleisch stellt zurzeit die größte Bedrohung
für die Menschenaffen im Ostkongo dar. Bukavu, die Hauptstadt der
Provinz Süd-Kivu, ist der wichtigste Umschlagsplatz für lebende
Wildtiere und Tierprodukte. Vor allem die Menschenaffen, Gorillas und
Schimpansen, sind von diesem Handel betroffen, aber auch kleinere Affen,
Leoparden und Geparden werden häufig verkauft. Trophäen wie
Elfenbein, Schädel, Felle, Zähne und Knochen sind ebenfalls
im Umlauf.
Der Kahuzi-Biega-Nationalpark kann zurzeit nur zu etwa 10% vom ICCN kontrolliert
werden. Wie es in dem großen Gebiet des Flachlandteils aussieht,
ist wegen der kritischen Sicherheitslage dort weitgehend unklar.
Seit 1999 leite ich ein Team zur Bekämpfung der Wilderei im Park.
Ziel der Aktivitäten ist die Untersuchung der Handelsnetzwerke vom
Auftraggeber bis zum Wilderer. Bisher konnten 7 Händlerringe für
Gorillas aufgedeckt werden. Dabei fanden wir leider nur das Gorillababy
Bitorwa noch lebend, die anderen Tiere waren schon getötet und ihr
Fleisch, ihre Knochen und Schädel verkauft worden. Für den Handel
mit lebenden Schimpansen haben wir seit 1999 bereits 16 Händlernetze
aufgedeckt. Der Verkauf eines lebenden Schimpansen bringt den Händlern
zwischen 1000 und 3000 US-$ ein. Wenn solche Tiere konfisziert werden,
kommen sie zunächst provisorisch ins CRSN
in Lwiro, wo sie untergebracht, medizinisch versorgt, aufgepäppelt
und gepflegt werden. Wie es mit ihnen weitergeht, ist noch offen.
Chantal Shalukoma
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