Gorilla-Journal 24, Juni 2002
Cross-River-Gorillas in Kamerun
Untersuchungen in den Jahren 2000 und 2001 haben ergeben, dass in Kamerun
bis zu 180 dieser Tiere vorkommen. Im Waldreservat Takamanda wurde die
Zahl der Gorillas 1999 auf etwa 100 Tiere geschätzt. Weitere Studien
zu ihrer Verbreitung zeigten, dass auch im benachbarten Mone-Waldreservat
und im Mbulu-Wald Gorillas leben.
Tatsächlich scheint die Population der Cross-River-Gorillas also
größer zu sein als bisher angenommen. Dies bedeutet aber leider
nicht, dass für diese Unterart des Westlichen Gorillas keine Gefahr
mehr besteht. Die nach der Roten
Liste als kritisch gefährdet eingestuften Tiere sind
vor allem durch Eingriffe in ihren Lebensraum und durch Wilderei bedroht.
Schutzprojekte der lokalen Bevölkerung in Zusammenarbeit mit dem
Cross River Gorilla Research Project und dem zuständigen Ministerium
haben die Jagd auf Gorillas in den letzten 4 Jahren stark reduziert. Der
Bau einer Straße zwischen zweien der bekannten Gorillagebiete stellt
allerdings eine neue Bedrohung für die Population dar. Wenn keine
Waldkorridore zwischen den Verbreitungsgebieten mehr existieren, drohen
den isolierten Gruppen Inzucht und Verlust der genetischen Variabilität.
In den nächsten zwei Monaten wird eine Kampagne gestartet, die die
Menschen im Umfeld der Schutzgebiete mit Postern und Flugblättern
über die unsichere Zukunft dieser einzigartigen Tiere informiert.
Diese Kampagne soll am Anfang eines umfassenden Umwelt-Aufklärungsprogramms
stehen.
Jaqueline L. Groves

Lage der Takamanda- und Mone-Reservate sowie Mbulu-Wald
(nach einer Vorlage von Daniel Slayback, SSAI/NASA Goddard Space Centre,
und Jacqueline Groves)
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