Gorilla-Journal 23, Dezember 2001
Berichte aus Ruanda Die Sicherheitslage drückt noch immer auf die Besucherzahlen und
nur wenige Touristen hatten sich in den Besucherlisten eintragen lassen.
Wir, eine Gruppe aus drei Touristen, Militär und etlichen Wildhütern,
besuchten Ende Juli die Sabinyo-Gruppe. Die Sicher-heitsbegleitung hielt
sich aber bei der Gorillagruppe im Hintergrund. Es wurde überhaupt
genau auf die Einhaltung der Regeln geachtet. Wir hatten das Glück,
die ersten Touristen zu sein, die ein 3 Tage altes Baby sehen durften.
Die junge Mutter kam nach einer Weile, legte sich vor uns auf den Rücken
und präsentierte ihr Baby auf dem Bauch. Die Gruppe, die aus 12 Mitgliedern
inklusive 2 Silberrücken besteht, wirkte sehr entspannt.
Vor einigen Monaten fanden Mitarbeiter des DFGF (Dian Fossey Gorilla
Fund) International den Leichnam des Gorillamanns Beetsme. Er war
bereits seit einigen Tagen vemisst worden. Bei der Obduktion fand man
keine Anzeichen von Krankheit oder Verletzungen; er ist also wahrscheinlich
eines natürlichen Tods gestorben. Ein Machtkampf begann im August um die Führung der Sabinyo-Gruppe.
Der bisherige Leiter, der 30-jährige Silberrückenmann Guhonda,
wurde von dem 18-jährigen Ryango herausgefordert. Beide trugen Verletzungen
davon, wollten sich aber nicht geschlagen geben. Sobald die Wunden verheilt
waren, setzten sie die Kämpfe fort. Bisher hat keiner der beiden
gesiegt. Guhonda ist größer und stärker; er hat bisher
seinem Gegner die schwereren Verletzungen zugefügt. Dennoch will
Ryango die Gruppe nicht verlassen.
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