Gorilla-Journal 23, Dezember 2001
MIST - ein Management-Informationssystem
Seit 1997 wird MIST von der UWA
(Uganda Wildlife Authority) im Rahmen eines GTZ-Projektes entwickelt.
Es umfasst ein neuartiges Biomonitoring-Programm, mit dem Wildhüter
aktuelle Daten per Computer aus den Schutzgebieten rasch an die Planer
und Manager übermitteln können.
Dazu erheben die Wildhüter während ihrer Patrouillen Daten über
Tierbestände, menschliche Eingriffe und Ähnliches und nehmen
die genauen Positionen dieser Beobachtungen mit ihrem GPS-Gerät auf
(Global Positioning System). Anschließend werden die geographischen
Koordinaten vom GPS direkt in den Computer des Parks geladen und die Beobachtungen
eingegeben. Alle Daten werden anschließend elektronisch an das Hauptquartier
übertragen. Somit haben sowohl die Parks als auch die Manager in
der Zentrale direkten Zugriff auf die resultierenden Informationen.
Die Wildhüter entlasten damit die UWA, die zurzeit weder das Geld
noch das Personal hat, wissenschaftliche Beobachtungen der Gorillas durchzuführen.
Durch die Unterstützung der GTZ war es möglich, standardisierte
Erfassungsbögen zu erstellen, die den Bedürfnissen der Manager
und Planer gerecht werden und sich gleichzeitig für eine Anwendung
im Freiland eignen. Da die Beobachtungen der Wildhüter mit geographischen
Koordinaten kombiniert werden, lassen sich z. B. Karten mit der genauen
Verbreitung der Gorillas erstellen, ihr Streifgebiet bestimmen oder die
Anzahl der gesammelten Fallen ermitteln und vergleichen.
Das Programm ist noch in der Probephase und soll später von Ruanda
und der Demokratischen Republik Kongo übernommen werden. Damit könnten
illegale Aktivitäten auch über die Grenzen hinweg beobachtet
und die Managementaktivitäten besser aufeinander abgestimmt werden.
Klaus Schmitt
Test von MIST in Murchison Falls
Bisher ist nicht klar, wer die Kosten für die Einführung des
Programms (z. B. für Computer) tragen wird. Die GTZ-Gelder für
direkte Naturschutzmaßnahmen werden von der deutschen Regierung
zunehmend gekürzt. Auch die finanziellen Zusagen der Weltbank für
UWA sind reduziert worden, sodass die Behörde auf weitere Unterstützung
aus anderen Quellen angewiesen ist.
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