Gorilla-Journal 23, Dezember 2001
Wildhüter-Weiterbildung in Kahuzi-Biega
Eigentlich sollten die Wildhüter, die einen Nationalpark schützen,
die Tier- und Pflanzenwelt am besten kennen - aber das ist leider nicht
immer so, auch im Kahuzi-Biega-Park. Bisher hatte sich die Ausbildung
der Touristenführer auf die Gorillas konzentriert, die größte
Attraktion des Parks. Der Tourismus soll aber weiter ausgebaut werden,
sobald Besuche wieder möglich sind, und die gesamte Tier- und Pflanzenwelt
umfassen. Außerdem ist eine gute Artenkenntnis auch für die
genaue Dokumentation von Beobachtungen während der Patrouillen entscheidend.
Augustin Kanyunyi Basabose schlug daher vor, die Park-Mitarbeiter in Ökologie
und Artenkenntnis zu schulen. Er gründete mit anderen Fachleuten
die Kahuzi Biodiversity Training Group (Kahuzi-Ausbildungsgruppe für
Artenvielfalt). Im Juni führten drei Dozenten ein Seminar für
12 Park-Mitarbeiter durch. Der Kurs dauerte insgesamt 21 Tage und wurde
von der Berggorilla & Regenwald Direkthilfe finanziell unterstützt.
Zunächst erfuhren die Teilnehmer Grundlegendes zu Taxonomie, Biogeographie,
Regenwald-Ökologie sowie Tier- und Pflanzen-Morphologie. Darauf folgten
einzelne Module zur Ökologie, Botanik und Säugetierbiologie,
die die jeweiligen Experten übernahmen. Besonders ausführlich
wurden bedrohte und endemische Arten vorgestellt. Zum Teil fand der Kurs
in einem Schulungsgebäude statt, zum anderen Teil im Gelände.
Dort sammelten die Teilnehmer beispielsweise Pflanzen, um sie nachher
gemeinsam im botanischen Labor des CRSN (Centre de Recherche en Sciences
Naturelles) Lwiro zu bestimmen.
Für diesen Weiterbildungskurs entwickelten die Dozenten ausführliche,
reich bebilderte Unterlagen. Zusammen mit einer Dokumentation über
den Kursverlauf stellte sie Augustin Kanyunyi Basabose zu einem Bericht
zusammen. Auf 108 Seiten werden die Inhalte und der Kurs selbst präsentiert
(französisch). Dieses Seminar soll nicht das letzte sein; bisher
haben sich die Dozenten auf Pflanzen und Säugetiere konzentriert,
in weiteren Kursen will die Kahuzi Biodiversity Training Group andere
interessante Themen behandeln. Danach soll die Dokumentation so überarbeitet
werden, dass sie auch andere Nationalparks für ähnliche Kurse
verwenden können.
Kursteilnehmer beim Botanisieren
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