Gorilla-Journal 22, Juni 2001
Gorilla-Tourismus in Ruanda: Alexander Harcourt
Der Nutzen. In Ruanda wollte man vom Tourismus ursprünglich nichts
wissen. Die Parkbehörden fürchteten, dass habituierte Tiere
verstärkt gewildert oder mit menschlichen Krankheiten infiziert werden
könnten. Man sollte sich aber die Entwicklung ansehen.
Vor dem Start des Tourismus-Programms war der Druck enorm: Tausende von
Nutztieren hielten sich im Park auf und die Bevölkerung nutzte ihn
zu Hunderten. Die Zerstörungen und das Infektionsrisiko für
die Gorillas waren hoch. Zehn Jahre nach Beginn des Tourismus-Programms
war im Park kein Vieh mehr zu finden und die Gorilla-Wilderei kam praktisch
zum Stillstand. Die Zahl der Gorillas hatte zugenommen.
Ende der 70er-Jahre wäre mit einer landwirtschaftlichen Nutzung des
Parks ein höheres Einkommen erzielt worden als mit dem Tourismus.
Ende der 80er-Jahre hatten die Einnahmen aus dem Tourismus die potenziellen
Einkünfte aus der Landwirtschaft überflügelt. Der Druck
auf die Fläche hat sich deshalb deutlich verringert. Hinzu kommt,
dass der Gorilla-Tourismus zur drittgrößten Devisenquelle des
Landes avancierte (nach Tee und Kaffee). Die Nation freute sich über
das internationale Interesse und machte den Berggorilla zur nationalen
Symbolfigur.
Fazit: Ohne Tourismus wäre es um die Gorillas heute weitaus
schlechter bestellt. Damit ist der Tourismus unterm Strich positiv zu
bewerten, allerdings nur so lange die bestehenden Risiken kontrolliert
und gering gehalten werden.
zur Tourismus-Übersicht
Homepage |