Gorilla-Journal 22, Juni 2001

Was kann man tun, um die Jagd auf die vom Aussterben bedrohten Wildtiere des Kahuzi-Biega-Nationalparks zu verhindern?

Diese Frage haben wir den Menschen, die im Park arbeiten oder in seiner Nähe leben, gestellt.
Augustin Kanyunyi Basabose, der als Wissenschaftler die Gorillas im Park erforscht, organisierte einen Workshop zu diesem Thema. Die Teilnehmer - ehemalige Wildhüter, Parkmitarbeiter, Käufer und Verkäufer von Wildfleisch, traditionelle Chefs, Studenten und Wissenschaftler - diskutierten über die vier Hauptursachen der Wilderei: Unsicherheit durch den Krieg, Verarmung der Bevölkerung, Ignoranz durch mangelnde Bildung und Aufklärung der Bevölkerung, Situation der Pygmäen.
Außerdem fragte Kasereka Bishikwabo, der Konservator des Kahuzi-Biega-Nationalparks, 70 Parkangestellte nach Lösungsvorschlägen zum Problem der Wilderei. Ausführliche Stellungnahmen erhielten wir auch von Ephrem Balole-Bwami, einem Professor für ländliche Entwicklung, und dem Biologen Omari Ilambu.

Diese Autoren sind sich einig, dass eine der Hauptursachen der Wilderei in der politischen Unsicherheit durch den Krieg liegt, der zur Bildung bewaffneter Banden führte. Durch den Krieg ist die Landwirtschaft in den Dörfern fast zum Erliegen gekommen und die Arbeitslosigkeit ist hoch. Die verarmte Bevölkerung greift auf Wildfleisch zurück und versucht durch den Verkauf von Coltan, Bambus und Holz aus dem Park etwas Geld zu verdienen. Entscheidend zum Schutz des Parks ist daher die Unterstützung der Bevölkerung. Auch wir wollen uns dafür einsetzen. Eine Nahrungsmittel-Soforthilfe könnte die durch den Krieg entstandene Hungersnot lindern. Landwirtschaftliche Projekte zur Förderung von Viehzucht, Fischerei und Ackerbau sind ebenfalls dringend notwendig. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze, z. B. bei der Instandhaltung der Straßen oder dem Bau von Wasserleitungen, könnte dazu beitragen, dass die Menschen ihr Geld nicht mehr durch Wilderei verdienen müssen.
Ein Schwerpunkt der Förderungsmaßnahmen muss darin bestehen, die Zukunftsaussichten der Kinder zu verbessern: medizinische Versorgung, Schul- und Berufsausbildung. Fehlende Bildung und mangelnde Aufklärung sind schuld daran, dass es in der Bevölkerung wenig Verständnis für den Schutz des Parks gibt. Zentren zur Alphabetisierung von Erwachsenen und Sensibilisierungsmaßnahmen könnten helfen.
Maßgeblich für die Umsetzung von Schutzprojekten ist die Beteiligung der lokalen Bevölkerung. Hierzu wurde eine Art Dorfparlament geschaffen: Jede Ortschaft wählt ihre Vertreter, die eine Gruppe von Repräsentanten wählen. Dieses Parlament stellt einen Dorfentwicklungsplan auf, der die Erhaltung des Nationalparks umfasst und über die Verwendung von Geldern, z. B. aus dem Tourismus, entscheidet.
Die Parkmitarbeiter fordern dringend eine Wiederbewaffnung der Wildhüter, ausreichend Feldausrüstung und Fahrzeuge sowie eine Erhöhung des Personals, um den Park effektiv schützen zu können.
Zuerst muss aber ein baldiges Ende des Krieges die nötigen Voraussetzungen für einen Erfolg der Schutz- und Entwicklungsprojekte schaffen.

Alle Empfehlungen wurden zu einem Bericht zusammengefasst. Er kann im PDF-Format abgeholt werden (Größe: rund 1 MB).

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