Gorilla-Journal 22, Juni 2001

Aktuelles aus Kahuzi-Biega

Die Schutzbemühungen im Kahuzi-Biega-Nationalpark konzentrieren sich auf folgende Aktivitäten:
- Kampf gegen die Wilderei im Inneren des Parks,
- Untersuchung der Ursachen für Wilderei, Reduzierung der Nachfrage nach Produkten des Parks,
- Bauern, die illegal den Korridor des Nationalparks bewirtschaften, sollen umgesiedelt werden.
- Weitere Sensibilisierungsprojekte - durch Aufklärungsarbeiten stieg die Akzeptanz des Parks in der Bevölkerung bereits von 37% auf 83%.
- Unterstützung für eigene Entwicklungsprojekte der Bevölkerung.
Speziell der Kampf gegen die Wilderei und die illegale Landnutzung stößt auf große Widerstände. Die Aufklärungsarbeit erfolgt in Zusammenarbeit mit der Polizei und den Sicherheitskräften. Leider werden die Aktionen oft boykottiert. Die Wilderer, die das Gorillababy Bitorwa gefangen hatten, wurden zwar zunächst verhaftet, aber inzwischen wieder freigelassen. Ihr Auftraggeber ist noch nicht bekannt.
Seit längerem sind die Parkmitarbeiter Elfenbeinhändlern auf der Spur. Aber immer wieder werden die Verdächtigen gewarnt, bevor sie verhaftet werden können, oder die staatlichen Stellen kümmern sich nicht weiter um die Vorfälle. Es sieht so aus, als säßen in wichtigen politischen Positionen Personen, die an der Wilderei und Ausbeutung des Kahuzi-Biega-Nationalparks ein persönliches Interesse haben und die Aktionen der Parkangestellten ins Leere laufen lassen.

Kahuzi-Biega-Projektteam

Interahamwe-Überfälle gab es seit Ende April mehrfach in der Gegend um Tshivanga. Bei einem Kontrollgang trafen Parkmitarbeiter in der Nähe der Station auf Interahamwe, die einen der Mitarbeiter gefangennahmen. Er konnte nach drei Tagen entkommen und berichtete, dass die Gruppe gut mit leichten Waffen und Kommunikationsmitteln ausgestattet ist. Die gleiche Bande stoppte am nächsten Tag ein Fahrzeug und griff die Insassen an. Einige Tage später stahlen Interahamwe Kühe und Ziegen eines Bauern, den sie zusammenschlugen.
Besuche des Parks sind aufgrund der Sicherheitslage zurzeit nicht möglich. Die Wildhüter setzen ihre Kontrollgänge trotzdem unermüdlich fort.

Jean-François Segers

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