Gorilla-Journal 22, Juni 2001
Trotz der Kriege: Zahl der Virunga-Gorillas ist gestiegen
22. Januar 2001. In einer Pressemeldung teilte das International Gorilla
Conservation Programme mit, dass sich die Population der Gorillas
auf den Virunga-Vulkanen seit der letzten Zählung im Jahr 1989 erhöht
hat - von 320 auf 359 Tiere. Dies ist besonders erfreulich, da diese Region
seit 10 Jahren durch Kriege erschüttert wird, die sich auch auf die
empfindlichen Wälder ausgewirkt haben.
Rebellenangriffe, Völkermord, Flüchtlingsströme und Kriege
haben dafür gesorgt, dass Naturschutzarbeit im Dreiländereck
Ruanda, Uganda und Demokratische Republik Kongo zeitweise nicht mehr möglich
war. Die dichten Wälder auf den Virunga-Vulkanen wurden von den verschiedensten
Rebellengruppen immer wieder als Basis und Korridor für Angriffe
in die Nachbarländer genutzt. Tausende von Flüchtlingen zogen
sich in die Wälder zurück und lebten dort lange von der Jagd
und von Feldern, die sie im Wald anlegten.
Soweit bekannt ist, fielen etwa 15 Gorillas dem Krieg direkt zum Opfer.
Wie sich die menschlichen Einflüsse auf die übrigen Gorillas
und den ganzen Lebensraum ausgewirkt haben, konnte noch nicht untersucht
werden.
Dass die Zahl der Gorillas gestiegen ist, schlossen Wissenschaftler des
International Gorilla Conservation Programme und des Dian Fossey
Gorilla Fund aus ihren langjährigen Beobachtungen der Gruppen,
die für die Forschung und für den Tourismus habituiert wurden.
Sie halten es sogar für möglich, dass noch mehr als 355 Berggorillas
auf den Virunga-Vulkanen leben. In jedem Fall scheint die Population deutlich
gewachsen zu sein. Zu verdanken ist dies ganz besonders den Wildhüter
aller drei Nationalparks, die trotz der großen Gefahren ihre Arbeit
fortgesetzt haben - obwohl in Ruanda und Kongo viele von ihnen getötet
oder verwundet wurden. Durch ihre Patrouillen konnten die Schäden
für die Gorillas und ihren Lebensraum gering gehalten werden.
Neue Bestandsaufnahme

Bestandsentwicklung der Virunga-Berggorillas
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