Gorilla-Journal 21, Dezember 2000
Training am Mt. Tshiaberimu
Am Mt. Tshiaberimu führten Claude Sikubwabo und Vital Katembo im
Februar ein Wildhütertraining durch, das von der Berggorilla &
Regenwald Direkthilfe und dem DFGF finanziert wurde. Außerdem
schätzten sie den Bestand der Gorillas und anderer Säugetiere.
Sie kamen zu dem Ergebnis, dass nur noch eine Gorillafamilie in diesem
Gebiet lebt und nannten sie Lusenge. Diese teilweise habituierte Gruppe
besteht aus 9 Tieren, darunter ein Silberrückenmann und zwei weibliche
Erwachsene mit Babys. Im Umfeld der Familie lebt ein weiterer Silberrücken,
dessen Beziehung zur Familie noch unklar ist. Im Bereich von Kivya halten
sich drei weitere Gorillamänner, zwei Silberrücken und ein Schwarzrücken,
auf.
Das Team registrierte 37 Pflanzenarten, die von den Mt. Tshiaberimu-Gorillas
verzehrt werden. Verglichen mit der Anzahl der Gorilla-Nahrungspflanzen
in Kahuzi-Biega (ca. 140 Arten) und Virunga (ca. 75 Arten) ist dies sehr
wenig. Weitere Untersuchungen zur Ernährung der Gorillas sind dringend
nötig.
Die Parkfläche, auf der die Bevölkerung seit 1990 nach und nach
Felder angelegt, Holz und Pflanzen gesammelt und Fallen für Nager
aufgestellt hat, umfasst 6,4 km². Die Parkmitarbeiter versuchen, das Anlegen
neuer Felder zu verhindern. In dem nicht zerstörten Gebiet hat sich
die Situation in den letzten Jahren sehr verbessert; dort findet man nur
wenige und meist alte Zeichen menschlicher Aktivität.
Entscheidend für den Schutz des Mt. Tshiaberimu und die wenigen dort
noch lebenden Gorillas ist, dass die Bevölkerung durch Sensibilisierungsmaßnahmen
aufgeklärt wird, dass Entwicklungsprojekte im Parkumfeld eingerichtet
und die Anwohner in die Schutzbemühungen einbezogen werden.
Claude Sikubwabo Kiyengo
Claude Sikubwabo Kiyengo studierte Biologie an
der Universität Kisangani, Zaire. 1987 begann er als wissenschaftlicher
Assistent im Ituri-Projekt von John und Terese Hart. Von 1989-1992 untersuchte
er die Verbreitung der Gorillas im Maiko-Nationalpark, und 1994 nahm er
an der Gorilla-Bestandsaufnahme im Kahuzi-Biega-Nationalpark teil. Ab
1995 arbeitete er als Forschungs-Attaché für die Nationalparkbehörde
IZCN/ICCN (Institut Congolais pour la Conservation de la Nature)
in Goma, danach für das Peace Parks Project, ebenfalls in
Goma, für die IUCN und heute wieder für das ICCN.
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