Gorilla-Journal 21, Dezember 2000
Krätze bei den Bwindi-Gorillas
Erneut ist die Hautkrankheit bei einer Gorillagruppe ausgebrochen. Ende
Juli wurden die Tierärzte des Mountain Gorilla Veterinary Center
(MGVC) von den ugandischen Parkbehörden zu der neu habituierten Nkuringo-Gruppe
im Bwindi-Impenetrable-Nationalpark gerufen, weil die Tiere starken Haarausfall
hatten und sich ständig kratzten.
Die Veterinäre legten einen Gorilla in Narkose, da das Tier etwa
60% seiner Haare verloren hatte und stark schuppige Hautveränderungen
aufwies. Eine mikroskopische Untersuchung von Proben der veränderten
Stellen wies auf Milben in der Haut hin. Das Tier erhielt eine Infusion,
weil es offenbar an Austrocknung litt. Zwei andere Jungtiere wurden ohne
Narkose mit einem Mittel gegen Parasiten behandelt. In der folgenden Zeit
mussten noch 3 weitere Gorillas mit Haarausfall therapiert werden.
Inzwischen geht es allen Tieren gut und keine weiteren Jungtiere sind
erkrankt. Die Hautproben wurden zu Spezialisten nach Amerika geschickt,
um festzustellen, ob es sich um menschliche Parasiten handelt. Bisher
liegen noch keine endgültigen Ergebnisse vor.
Um in Zukunft Erkrankungen bei den Menschen besser zu erkennen, die mit
den Gorillas in Kontakt kommen, hat das MGVC verschiedene vorbeugende
Maßnahmen geplant.
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