Gorilla-Journal 20, Juni 2000

Neues aus Kahuzi-Biega

Seit den Massakern an Gorillas und Elefanten im vergangenen Jahr (Artikel von C. Shalukoma und J. Yamagiwa) hat sich die Wilderei in diesem Park stark reduziert. Im Januar wurden noch einmal 3 Gorillas getötet und ihre Köpfe und Hände abgeschnitten, aber seither ist kein Gorilla im alten Parkteil mehr umgekommen. Kürzlich ist allerdings in Bukavu ein junger Gorilla aufgetaucht; das ist sehr besorgniserregend, denn um ein Gorillakind zu fangen, müssen Wilderer gewöhnlich mehrere erwachsene Tiere der Gruppe töten.
Im Jahr 1996 fand die letzte umfassende Gorilla-Bestandsaufnahme im Kahuzi-Biega-Nationalpark statt. Damals schätzte man die Zahl der Gorillas auf 8000 und die Zahl der Elefanten auf 3600 Tiere. Heute weiß niemand, wie viele Tiere die Wilderei überstanden haben, doch die Zahlen sind erschütternd: Im alten Teil des Parks, in dem auch die Berge Kahuzi und Biega liegen, vermutete man im Februar 70 Gorillas (aktuellere Zahlen hier) - 1996 waren es noch 245-270. Damals gab es schätzungsweise 350 Elefanten, Anfang 2000 wurden nur noch Spuren von 5 Tieren gefunden. Das Fehlen der Elefanten ist inzwischen deutlich sichtbar: Die Vegetation wächst viel dichter und die Wege der Elefanten, die auch andere Tiere benutzen, fehlen.
Nur 5% des Parks sind unter Kontrolle der Nationalparkbehörde. Im Flachlandteil sollen mehrere tausend Menschen leben, Bodenschätze abbauen und Tiere für Trophäen jagen. Einige Reiche aus Bukavu haben Teile des Parks besetzt und den Wald abholzen lassen.
Um dieses einzigartige Weltnaturerbe zu retten, unterstützen wir den Park seit vielen Jahren und in den letzten Monaten wurden mehrere internationale Aktionen gestartet. Mehr darüber im Artikel von Jo Thompson.

Ehemalige Wilderer   Foto: Carlos Schuler
Ehemalige Wilderer, die jetzt für den Park arbeiten

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