Gorilla-Journal 19, Dezember 1999
Gorillamorde in Kahuzi-BiegaFatale Folgen für die Gorillas in Kahuzi-Biega hatte der zweite Krieg in der Demokratischen Republik Kongo. Es sieht so aus, als existiere keine der Gruppen mehr in ihrer ursprünglichen Zusammensetzung. Die Mubalala-Gruppe wurde seit Juli 1998 nicht mehr in ihrem Gebiet gesehen, dafür fand man dort zahlreiche verbrannte Gorillaknochen. Im Juni wurden 12 Nester nicht-habituierter Gorillas entdeckt. 2 Weibchen scheinen aus der Mubalala-Gruppe zu stammen. Parkmitarbeiter haben begonnen, diese "Mufanzala" genannte Gruppe zu habituieren. In der Maheshe(II)-Gruppe wurden Anfang April 23 Gorillas gezählt. Sie wanderten in das frühere Gebiet der Mubalala-Gruppe ab, wo stark gewildert wird und seit Ende Juli hat man sie nicht mehr gesehen. Im September wurde eine Gruppe Wilderer im Park verhaftet, denen vermutlich die meisten Mitglieder dieser Gorillafamilie zum Opfer gefallen sind. Die Mushamuka-Gruppe wurde seit der Wiederaufnahme der Patrouillen im April nicht gesehen. Eine Gruppe von 6 Gorillas tauchte in ihrem früheren Gebiet auf. Dem jungen Silberrücken Mugaruka fehlt die rechte Hand und auch eines der Weibchen hat eine Hand durch eine Schlinge der Wilderer verloren. Die Nindja-Gruppe bestand Anfang April aus 24 Tieren. Am 11. April hörte man Schüsse in ihrem Gebiet und seither sind die Gorillas verschwunden. Wilderer haben vermutlich die meisten Gruppenmitglieder erschossen. Im Juli wanderte eine Gorillagruppe in dieses Gebiet ein. 3 Weibchen der früheren Nindja-Gruppe hatten sich ihr angeschlossen. Die Parkmitarbeiter begannen, die Gorillas regelmäßig zu besuchen und der Silberrücken der Gruppe, die im Oktober aus 31 Tieren bestand, erhielt den Namen "Mishebere". Er hat eine durch eine Schlinge verletzte Hand, ebenso wie ein 3-jähriges Jungtier. Im September wurde den 67 verdächtigen Jägern Straffreiheit für Wilderei während des Kriegs zugesagt, wenn sie die Parkleitung unterstützten. Sie gaben an, dass der Hunger sie zur Jagd im Park getrieben hatte. 40 von ihnen halfen den Wildhütern danach bei der Gorillasuche und der Zerstörung von Schlingen und Hütten von Wilderern. Die Gorillagruppen Mugaruka, Mishebere und Mufanzala wurden täglich beobachtet, teilweise von 6.00-18.00 Uhr. Seither hat die Wilderei deutlich abgenommen und kein Gorilla der habituierten Gruppen wurde getötet. Heute sorgen die Wildhüter dafür, dass etwa 20% des alten Parkteils (das Gebiet Kahuzi-Biega-Kasirusiru-Tshivanga-Tshibati) für Gorillas sicher ist. Es wird befürchtet, dass über die Hälfte der Gorillas im alten Parkteil getötet worden ist. Im Tieflandteil, der überhaupt nicht kontrolliert werden kann, sieht es möglicherweise noch düsterer aus. Als ich in Bukavu war, hörte ich, dass Gorillafleisch überall für die Hälfte des Preises von Rindfleisch angeboten wurde. Eine Gorilla-Bestandsaufnahme und verstärkte Schutzmaßnahmen sind dringend erforderlich. Das könnte die Einstellung der Bevölkerung verändern. Juichi Yamagiwa
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