Gorilla-Journal 18, Juni 1999

Gorilla-Wilderer in Nigeria verhaftet

Im Februar 1999 wurde ein Mann Namens Udoja inhaftiert, nachdem er einen Gorilla erlegt und als Wildfleisch verkauft hatte. Udoja hatte sich auf die Jagd von Gorillas spezialisiert und galt als größte Gefährdung für die Gorillas in Nigeria. Als bedrohte Art stehen sie dort unter gesetzlichem Schutz.
Die Festnahme erfolgte, nachdem Wissenschaftler des Afi-Gorilla-Forschungsprojekts in den Afi-Bergen den Kopf, einen Fuá und die Hand des erlegten Tieres gefunden hatten. Das Fleisch war bereits geräuchert und auf dem Markt für umgerechnet 26 US-$ verkauft worden. Polizisten, Mitarbeiter der Forstbehörde und Gemeindevertreter hatten den Wilderer unter der Leitung von Forstdirektor Colo Agbor in den Bergen aufgespürt und verhaftet. Udoja gab auch zu, 5 Drills getötet zu haben, das sind ebenfalls geschützte Affen, obwohl man ihm eine Stelle im Drill-Schutzprojekt Pandrillus angeboten hatte.
Dass der Wilderer verhaftet und verurteilt wurde, werteten die Wissenschaftler als ein eindeutiges und sehr positives Signal, dass die Jagd auf geschützte Arten in dieser Region nicht länger toleriert wird.
Die nigerianischen Gorillas leben fern vom Verbreitungsgebiet der übrigen westlichen Flachlandgorillas in 4 isolierten Populationen in Waldgebieten Südostnigerias, an der Grenze zu Kamerun. Es wird derzeit untersucht, ob sie als eigene Unterart zu betrachten sind, da sie sich von den anderen Gorillas stark unterscheiden. In diesem Fall müssten die knapp 150 Individuen als die am stärksten gefährdete Gorilla-Unterart eingestuft werden.

John Oates übergibt Ausrüstung John Oates übergibt das von uns gespendete Material (4 Zelte, 4 Bodenplanen, 4 Ferngläser, 4 GPS-Geräte, 4 Kompasse, eine Kamera und Filme) am 18. Januar 1999 an Clement Ebin vom Cross-River-Nationalpark (v. l. n. r.: Kanu Agabi, Clement Ebin, John Oates, A. A. Nchor).
Foto: Peter Jenkins

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