Gorilla-Journal 18, Juni 1999

Gorillas im Mgahinga-Gorilla-Nationalpark

Das Mgahinga-Gebiet wurde 1991 zum Mgahinga-Gorilla-Nationalpark erklärt. Er ist mit einer Fläche von 33,7 km² der kleinste Nationalpark Ugandas. Zum Teil besteht er aus Bergwald, zum Teil herrscht Grasland vor. Verschiedene seltene Tierarten wie Goldene Meerkatzen, Waldelefanten, Büffel und Ducker kommen dort vor. Das Gebiet wird häufig von Berggorillagruppen besucht, die über die Grenzen aus den benachbarten Nationalparks in der D. R. Kongo (Virunga-Nationalpark) und Ruanda (Vulkan-Nationalpark) kommen.
El Nino bescherte dem Park große Niederschlagsmengen mit Höhepunkt im Dezember 1997 bis Februar 1998. Es gibt Berichte von Todesfällen, bei denen Menschen von den Wasserfluten aus den Vulkanhängen weggeschwemmt wurden. Ein Kind ertrank am 13. April 1998 bei heftigen Regenfällen.
Das Ziel unserer Untersuchung war, herauszufinden, wie viele Berggorillas vom August 1997 bis Juli 1998 den Mgahinga-Gorilla-Nationalpark nutzen, welches Gebiet und zu welcher Jahreszeit. Der Schwerpunkt lag auf den nicht-habituierten Tieren.
Ein Team von 4 erfahrenen Wildhütern suchte nach Spuren von Gorillagruppen und achtete gleichzeitig auf illegale Aktivitäten. Alle Funde wurden dokumentiert. Diese Informationen wurden später in eine Karte des Parks eingetragen. In der zweiten Hälfte der Untersuchungsperiode erstreckten sich die Beobachtungen auch auf die Nyakagezi-Gruppe, die von Touristen besucht werden kann. Es wurde die gleiche Anzahl von Mitarbeitern eingesetzt wie im ersten Beobachtungszeitraum. Trotzdem konnten nicht alle Gebiete täglich besucht werden, da im Park viel zu tun war.
Während der gesamten Zeit konnten viele Spuren, Kot und Nester beobachtet werden. Die Tiere selbst wurden aber nur selten gesehen. Gorillaspuren gab es vor allem in der Umgebung des Rugezi-Sumpfgebiets sowie in der Region der Vulkane Sabinyo, Gahinga, Muhavura und Kabiranyuma nahe der ruandischen Grenze. Die Funde waren im Wesentlichen beschränkt auf Zone 1 des Parks. Nur die habituierte Nyakagezi-Gruppe nutzt Teile der früher von Bauern kultivierten Zone 2, vor allem auf ihren Wanderungen in die D. R. Kongo.
Eine Gruppe mit 7 Tieren, die im Februar 1997 gesehen wurde, konnte im weiteren Verlauf der Studie nicht mehr beobachtet werden. Allerdings wurden 4 Nester in der Nähe des Rugezi-Sumpfs an der Grenze zu uanda gefunden, von denen man annimmt, dass sie von der Gruppe stammen.
Folgende Gorillagruppen wurden beobachtet: eine Gruppe mit 7 Tieren, eine Gruppe mit 3 Mitgliedern, eine mit 2, ein einzelnes Tier und die Nyakagezi-Gruppe mit 10 Tieren. Wir nehmen an, dass sich 4 Gorillagruppen (die Touristengruppe eingeschlossen) und ein einzelner Silberrücken, also insgesamt 23 Tiere, im Park aufhalten.
Wir danken der Berggorilla & Regenwald Direkthilfe für die finanzielle und materielle Unterstützung und ihr Interesse an unserer Arbeit. Die Ferngläser sind eine Hilfe für diejenigen Mitarbeiter, die im Moment Vögel beobachten und bestimmen, und die Stiefel erleichtern sehr die Feldarbeit im Mgahinga-Gebiet.

Ignatius Achoka

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