Gorilla-Journal 18, Juni 1999

Überfall auf Touristen in Buhoma

Bei einem brutalen Überfall wurden Anfang März 8 Gorillatouristen und ein ugandischer Parkmitarbeiter in Buhoma ermordet. Etwa 100 bewaffnete Männer waren von Kongo nach Uganda eingedrungen und hatten 3 Touristencamps angegriffen. Sie plünderten, setzten Gebäude und Fahrzeuge in Brand und verschleppten 17 Personen. Die Entführer ließen einige Gefangene frei und töteten danach brutal 4 Briten, 2 Amerikaner und 2 Neuseeländer.
Nach Angaben der ugandischen Armee handelte es sich bei den Angreifern um Interahamwe bzw. Hutu-Milizen, die 1994 am Völkermord in Ruanda beteiligt waren. Ruandische Rebellen, Milizen und Banditen sollen sich noch zu Tausenden in den Wäldern Ostkongos und im Virunga-Park aufhalten.
Nach dem Massaker nahmen ugandische und ruandische Militärs die Verfolgung der Rebellen auf. Bis Ende März wurden 35 Interahamwe-Rebellen von der ugandischen Armee getötet und 4 festgenommen. Einer der Gefangenen gab zu, an dem Überfall in Bwindi beteiligt gewesen zu sein. In Buhoma wurden Soldaten stationiert, um die Sicherheit des Parks zu garantieren.

Nach den Morden trugen Naturschutz- und Entwicklungshilfe-Organisationen gemeinsam dazu bei, dass die Schäden in Buhoma möglichst schnell behoben und die verlorengegangenen Materialien ersetzt wurden. Die Berggorilla & Regenwald Direkthilfe war und ist ständig in Kontakt mit den Organisationen, die vor Ort arbeiten.
Als uns ein Hilferuf aus Uganda erreichte und wir erfuhren, welche Schäden am Nationalparkbüro und am Community Campground entstanden waren, schickten wir sofort einen Spendenaufruf an die Mitglieder und Freunde unseres Vereins. Die Resonanz war erfreulich groß. Aus dieser Spendenaktion konnten wir 1500 US-$ für den Wiederaufbau der verbrannten Hütten des Community Campground überweisen. Dadurch geben wir einigen Bewohnern des Parkrandgebiets Arbeitsmöglichkeiten und sorgen dafür, dass die Einrichtungen der Gemeinde Buhoma wiederhergestellt werden; durch das Betreiben des Campgrounds kann die Gemeinde vom Gorillatourismus profitieren. Mittlerweile haben die Reparaturarbeiten begonnen. Auáerdem haben wir aus unserem Lager Kleidung und Ausrüstung für die Wildhüter des Bwindi-Impenetrable-Nationalparks zur Verfügung gestellt; das angebotene Material hat einen Wert von fast 10 000 DM.
Das ist nur eine der Lieferungen, die in den vergangenen Monaten aus unserem Lager zusammengestellt und an die Wildhüter der Gorillaschutzgebiete geschickt wurden.
Nach einem Monat der Trauer wurden die Gorillabesuche in Uganda am 1. April wiederaufgenommen. Innerhalb eines Monats besuchten 85 Touristen die Gorillas in Bwindi und 47 die in Mgahinga. Zum Schutz der Besucher sind ständig 60 Soldaten eingesetzt, die mit den Parkangestellten zusammenarbeiten. Die Touristen handeln aber auf eigene Gefahr. Weder in Mgahinga noch in Bwindi scheint ein Gorilla zu Schaden gekommen zu sein. In Buhoma können 2 Gorillagruppen besucht werden, und eine dritte, die Nkuringo-Gruppe, wird weiter habituiert.

Zerstörter Campground   Foto: Martha Robbins
Zerstörte Hütte in Buhoma

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