Gorilla-Journal 17, Dezember 1998 Krieg und Naturschutz im Virunga-Nationalpark |
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Im Virunga-Park ist es relativ ruhig und das Monitoring der Gorillas wird
fortgesetzt. Die Wildhüter können sich im Park nur begrenzt bewegen
und dürfen keine Waffen tragen. Sie sind dadurch in ihrer Arbeit behindert.
Es gibt Hinweise darauf, dass Soldaten im Park jagen. Ein Wildhüter
von Rwindi wurde durch Mai-Mai während eines nächtlichen Überfalls
auf den Kamandi-Posten ernsthaft verletzt. Auch andere Wildhüter sind
gefährdet. Die Gehälter der Wildhüter werden nicht bezahlt,
und aus Kinshasa kommt keine Unterstützung. Deshalb ist die Gefahr
groß, dass sie zur Wilderei übergehen. Da ständig Militärs
im Park herumlaufen, ist es fast unmöglich, die Wilderei zu bekämpfen.
Das ICCN (Institut Congolais pour la Conservation de la Nature) braucht
daher dringend internationale Hilfe, wenn der Gorillabestand bewahrt werden
soll. Am 28. Oktober 1998 erfuhren wir von Claude Sikubwabo, dass die Arbeit der Wildhüter stark eingeschränkt ist, weil Milizen den Park sehr unsicher machen. Außerdem sind die logistischen Möglichkeiten und die Geldmittel unzureichend. Mehrere Wildhüterposten wurden geschlossen. Die Wilderei wurde im Zentrum und im Osten des Parks wieder aufgenommen, aber ist noch nicht so ausgeprägt wie 1997. Am 30. September wurden 4 Wildhüter von Mai-Mai schwer verletzt. Am 9. Oktober wurde Rwindi angegriffen und geplündert. Claude Sikubwabo konnte das Material retten, das er von uns erhalten hat. |