Gorilla-Journal 17, Dezember 1998

Naturschutz am Mt. Tshiaberimu

Am Mt. Tshiaberimu lebt eine kleine, völlig isolierte Population von Grauergorillas. Im Juli 1996 erreichte die erste Ausrüstungslieferung der Berggorilla & Regenwald Direkthilfe die Wildhüter des Mt. Tshiaberimu. Im Juli 1997 nahmen Ursula Karlowski und Iris Weiche an einer Forschungsreise in das Gebiet teil. Als Soforthilfe übergaben sie Ausrüstungsmaterial an die Wildhüter und an Vital Katembo, der für den Dian Fossey Gorilla Fund England dort arbeitet. Er versucht weiterhin die Wildhüter mit dem Nötigsten zu versorgen.
Vital Katembo reiste im Oktober nach Mt. Tshiaberimu, um sich über die aktuelle Lage zu informieren. Während der Unruhen 1996 und 1997 hatten die illegalen Aktivitäten im Park zugenommen. Abholzung, Herstellung von Holzkohle, Wilderei und Goldsuche war weit verbreitet. Mittlerweile konnten diese Aktivitäten deutlich eingedämmt werden, und der zuständige Militärbefehlshaber der Region hat seine Unterstützung zugesagt. Auch einige der lokalen Chefs wollen zum Schutz des Parks beitragen.
Seit Januar erhalten die Wildhüter vom DFGF Zuschläge auf ihre Löhne, die seit langer Zeit nicht ausgezahlt werden. Außerdem übernimmt das Projekt die Kosten für die medizinische Versorgung der Mitarbeiter und für die Nahrungsmittel, die sie bei ihren Patrouillen benötigen. Für die Wildhüterposten und für die Familien der Mitarbeiter wurden Häuser gebaut.
Vital Katembo gelang es, trotz der schwierigen Verhältnisse der letzten Monate von Zeit zu Zeit Nachrichten an uns zu übermitteln. Am 8. November teilte er uns mit, dass er die Arbeiten am Mt. Tshiaberimu fortsetzen will. Die Untersuchung der Tierwelt soll weitergeführt werden, und es wird viel Zeit und Arbeit kosten, die Gemeinden in der Umgebung des Parks über dessen Bedeutung aufzuklären.
Wenn dieses Gebiet wirksam geschützt werden soll, ist viel zu tun. Man muss die Arbeit der Wildhüter verstärken (etwa durch ausreichende Versorgung mit Ausrüstung), die Gorillas und andere seltene Arten regelmäßig beobachten, die Grenzen des Parks eindeutig markieren, die Bevölkerung aufklären, warum der Schutz des Gebiets und seiner Ressourcen auch für sie wichtig ist, sowie ständig in Dialog mit den Menschen vor Ort bleiben und sie unterstützen.

Am Gipfel   Foto: Vital Katembo
auf dem Gipfel des Mt. Tshiaberimu

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